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Betriebliche Gesundheitsförderung

Der Schlüssel für vitale und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in gesunden und erfolgreichen Unternehmen


FOTo: bildagentur waldhäusl

NÖ Gebietskrankenkasse begleitet gesundheitsfördernde Betriebe

Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt

Das Konzept der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) bietet die geeigneten Maßnahmen und Instrumente zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit am Arbeitsplatz. Betriebliche Gesundheitsförderung verringert gezielt Arbeitsbelastungen und stärkt gesundheitsfördernde Verhaltensweisen der Beschäftigten.
Es ist klar, dass einzelne, verhaltensbezogene Interventionen, wie z. B. Ernährungsvorträge oder Bewegungsprogramme, nicht ausreichen, um nachhaltigen Erfolg im Sinne der langfristigen Aufrechterhaltung von Arbeits- und Leistungsfähigkeit zu sichern. Vielmehr wird ein ganzheitlicher Ansatz gefordert, der in der Organisationskultur verankert ist und damit sowohl die Arbeitsumgebung und -organisation als auch das Wohlbefinden aller Beschäftigten mit einbezieht.

Betriebliche Gesundheitsförderung lohnt sich!

BGF lohnt sich für die Beschäftigten genauso wie für das Unternehmen: Die einen möchten gesund bleiben und sich wohl fühlen, die anderen möchten mit gesunden, motivierten, erfahrenen und deshalb leistungsfähigen Mitarbeiter/innen im Wettbewerb bestehen. Das schafft eine Situation, bei der sich beide Seiten als Gewinner fühlen.
Der Nutzen für die Beschäftigten kann sich in geringeren Arbeitsbelastungen, verringerten gesundheitlichen Beschwerden, einem gesteigerten Wohlbefinden, einem besseren Betriebsklima sowie in einem gesünderen Verhalten in Beruf und Freizeit zeigen. Gesundheitsförderung lohnt sich aber auch für das Unternehmen wie etwa durch erhöhte Arbeitszufriedenheit und Arbeitsproduktivität, gesteigerte Identifikation und Motivation, mehr Produkt- und Dienstleistungsqualität, verbesserte betriebliche Kommunikation und Kooperation sowie langfristige Senkung von Krankenständen. Unternehmen erfahren in der Öffentlichkeit eine Imageaufwertung.
Gesunde Mitarbeiter/innen sind leistungs­fähigere Mitarbeiter/innen
Gesunde, motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiter/innen sind in sozialer und ökonomischer Hinsicht die Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens.
Unternehmen tragen eine soziale Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. In dieser Verantwortung sorgen sie dafür, dass arbeitsbedingte Gefährdungen und Belastungen soweit wie möglich reduziert und Gesundheitspotenziale gestärkt werden.
Dies kann durch eine Verknüpfung folgender Ansätze erreicht werden:

  • Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen
  • Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung
  • Stärkung persönlicher Kompetenzen

Das Bekenntnis zum gesetzlichen Arbeitnehmerschutz stellt auch vor diesem Hintergrund die Grundvoraussetzung für die Gesunderhaltung der Mitarbeiter/innen dar.

Gesunde Arbeit – die Arbeitswelt von morgen aktiv gestalten

Angebot der NÖ Gebietskrankenkasse
Motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihr Wissen und Können und ihre Kreativität einbringen, sind das wichtigste Kapital eines jeden Unternehmens. Und das gilt es zu pflegen.
Im Rahmen eines Betrieblichen Gesundheitsförderungsprojektes erarbeiten die Beraterinnen und Berater der NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) gemeinsam mit den Unternehmen zeitgemäße Lösungen für die systematische Förderung der Gesundheit. Dabei stehen die Erfolgsfaktoren Partizipation (= die Betroffenen zu Beteiligten machen) und maßgeschneiderte Gesundheitsprogramme im Mittelpunkt. Sie steigern Wohlbefinden, Motivation und Produktivität und tragen so der Devise „Gesundheit“ Rechnung.
Die Arbeit des Beraterteams der NÖGKK orientiert sich an den Bedürfnissen und Zielen eines Unternehmens. Die Leistungen umfassen neben Beratung und Betreuung auch die Mitwirkung bei der Konzepterstellung für das Projekt. Die Analyse der aktuellen Situation und Ermittlung der benötigten Maßnahmen erfolgen unter anderem mit Hilfe von Krankenstandsauswertungen und Mitarbeiterbefragungen. Die Empfehlung geeigneter Experten für verschiedene Gesundheitsprogramme in Richtung Bewegung, Ernährung und Entspannung rundet das Angebot ab.
Je nach Unternehmensgröße entwickeln die BGF-Berater/innen der NÖGKK gemeinsam mit dem Betrieb die optimale Strategie für die Durchführung ganzheitlicher BGF-Projekte und begleiten diese während der gesamten Projektlaufzeit.

Grundsätzlich stehen zwei Modelle für die Umsetzung von BGF-Projekten zur Verfügung:

  • BGF für Mittel- und Großbetriebe – „Modell BGF-Standard“
  • BGF in Klein- und Kleinstbetrieben – „Modell Kleinbetrieb“


Die NÖ Gebietskrankenkasse hat die Aufgabe übernommen, Impulse für Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt zu setzen und das Konzept der Betrieblichen Gesundheitsförderung in die Unternehmen zu tragen. Aus diesem Grund hat die NÖGKK eine BGF-Broschüre (siehe Abbildung) und einen BGF-Folder entwickelt. Für die Betriebliche Gesundheitsförderung der NÖGKK (NÖBGF) wurde ein eigenes, in blau gehaltenes, Corporate Design entwickelt und ein eigenes Logo kreiert. Unverkennbar ist die NÖBGF eine Tochtermarke der NÖGKK.
Anfang Juli 2011 startet „NÖDIS – das Dienstgeberportal der NÖGKK“.
Im Internet abrufbar unter www.noedis.at oder www.noebgf.at. Auf dieser neuen Homepage wurden alle Informationen und Services für Dienstgeber unter einem Dach zusammengefasst und der BGF ein eigener Bereich gewidmet. Sie finden alle Informationen zur BGF im Bereich „Gesund im Betrieb“.

Wir haben Ihr Interesse geweckt? Kontaktieren Sie uns noch heute! Damit setzen Sie den ersten Schritt für die aktive Gestaltung der gesunden Arbeitswelt von morgen.

 

Ansprechpartner:

Claudia Knierer
Tel.: 050 899-6212
claudia.knierer(at)noegkk.at

Elke Bachmann, BA
Tel.: 050 899-6204
elke.bachmann(at)noegkk.at

Informationen:
www.noebgf.at

BGF in Klein- und Kleinstbetrieben – „Modell Kleinbetrieb“

Angepasst an die Unternehmensgröße und -struktur, die personellen und zeitlichen Ressourcen des Unternehmens wurde für Klein- und Kleinstbetriebe das „Modell Kleinbetrieb“ entwickelt. Es umfasst folgende Module:

Erstberatungsgespräch: Dieses Gespräch mit der Unternehmensleitung und dem/der BGF-Berater/in liefert diesem/dieser möglichst viele Informationen zum Thema BGF, dient der Entscheidungsfindung und dauert etwa eineinhalb Stunden.

Führungskräfte-Workshop: In einem etwa zwei- bis dreistündigen Gespräch zwischen dem/der Unternehmer/in und einem/einer BGF-Berater/in der NÖGKK wird das eigene Gesundheitsverhalten und die eigene Arbeitssituation des/der Unternehmer/in reflektiert, die Gesundheitsressourcen und alltäglichen Arbeitsbelastungen analysiert und Verbesserungsmöglichkeiten zur Förderung der eigenen Arbeitsfähigkeit und des persönlichen Wohlbefindens erarbeitet.

Mitarbeiter/innen-Workshop: Gemeinsam mit einem/einer BGF-Berater/in der NÖGKK findet ein ca. drei- bis vierstündiger Workshop mit Mitarbeiter/innen des Unternehmens statt. Vor Beginn dieses Workshops wird zwecks Gesamtaufnahme des Ist-Zustandes der Impulstest – ein Modell zum Erkennen von Stressfaktoren und Optimieren von Ressourcen im Betrieb – durchgeführt. Danach werden im Workshop gemeinsam gesundheitsförderliche und -belastende Faktoren im Arbeitsalltag analysiert und Verbesserungsmöglichkeiten zur Förderung der eigenen Arbeitsfähigkeit und des persönlichen Wohlbefindens erarbeitet.

Zusammenführungs-Workshop: In diesem ca. dreistündigen Workshop werden Ergebnisse und Lösungsansätze aus dem Mitarbeiter/innen-Workshop und dem Führungskräfte-Workshop zusammengeführt und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit im Betrieb analysiert. Das Ziel ist ein umsetzungsreifer Maßnahmenplan.

Umsetzungsphase: In dieser Phase werden die verhaltens- und verhältnisorientierten Maßnahmen umgesetzt.

Evaluation: Durch einen Feedbackfragebogen unmittelbar nach Projektende wird der BGF-Prozess evaluiert. Um den Erfolg des Projektes zu bewerten, wird ca. vier bis sechs Monate nach Projektende ein persönliches Evaluationsgespräch durch den/die BGF-Berater/in der NÖGKK mit der Unternehmensleitung durchgeführt, ein Kurzfragebogen für die Mitarbeiter/innen eingesetzt und nach etwa einem Jahr nochmals der Impuls-Test durchgeführt.

BGF für Mittel- und Großbetriebe – „Modell BGF-Standard“

Vorprojektphase: Steuerungsgruppe, Projektleitung, Projektteam
In der Vorprojektphase wird die Steuerungsgruppe gebildet. Diese kann je nach Unternehmensgröße drei bis acht Personen umfassen. Die Steuerungsgruppe ist für die Planung, Koordinierung und Umsetzung des gesamten BGF-Prozesses verantwortlich. Im nächsten Schritt wird die firmeninterne Projektleitung nominiert. Diese ist zentrale Ansprechperson für das Projekt. Gemeinsam mit dem nun zu bildenden Projektteam ist er/sie für den Ablauf des BGF-Projektes verantwortlich.
In der Vorprojektphase wird das Management des Unternehmens von BGF-Berater/innen der NÖGKK umfassend über Betriebliche Gesundheitsförderung informiert, erste Rahmenbedingungen bezüglich der notwendigen Ressourcen für das Projekt abgesteckt und der Projektantrag erarbeitet. Abschließend werden die Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten für BGF durch den Fonds Gesundes Österreich und mögliche Leistungen der NÖGKK besprochen.
Ein BGF-Projekt ist auf eine offene und transparente Kommunikation im Unternehmen angewiesen, deshalb muss eine interne Kommunikationsschiene aufgebaut werden.
Zentrale Bedeutung kommt jedenfalls der Startveranstaltung (Kick-off) im Unternehmen zu. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden möglichst alle Mitarbeiter/innen über Ziele, Vorgehensweise und Zeitplan des BGF-Projektes informiert. Die Kick-off-Veranstaltung leitet die erste Phase des Projektes ein.

1. Phase: die Diagnose
Die Diagnosephase oder Ist-Analyse dient dazu, die gesundheitliche Situation aller Beschäftigten im Betrieb zu erheben und die wesentlichen Einflussgrößen auf die Gesundheit festzustellen. Je genauer die Diagnose ist, umso besser ist die Ausgangssituation für die anschließende Planung und Umsetzung der Maßnahmen. Häufig wird für diese Erhebung eine schriftliche Befragung mittels eines anonymen, standardisierten Fragebogens durchgeführt. Fragen zum subjektiven Gesundheitszustand („Wie gesund fühlen Sie sich derzeit?“), zum subjektiven Gesundheitsverhalten (Bewegung, Ernährung etc.), zur Analyse des betrieblichen Umfeldes (Gesundheitsbelastungen etc.), zur Einschätzung sozialer Faktoren (Kommunikation, Betriebsklima) und zur Erhebung von Interesse an Aktivitäten im Rahmen des Projektes, werden gestellt.
Weitere Diagnoseinstrumente können die Arbeitsplatzanalyse und die Krankenstandsauswertung sein. Die NÖGKK erstellt individuelle und firmenbezogene Krankenstandsauswertungen ab 50 Mitarbeiter/innen. Damit erhalten Sie wichtige Informationen über Krankenstände in Ihrem Betrieb. Sowohl die Arbeitsplatzanalyse als auch die Krankenstandsauswertung können gute Aufschlüsse über mögliche Handlungsfelder geben.

2. Phase: die Planung
Nach der Ist-Analyse im Betrieb sollte klar erkennbar sein, welche Schwerpunkte Ihr Unternehmen im Bereich Gesundheitsförderung setzen wird. Die Planungsphase dient nun zur Konkretisierung und Strukturierung der entsprechenden Maßnahmen. Ein zentrales Diagnose- und Planungsinstrument der BGF ist der Gesundheitszirkel. Gesundheitszirkel sind innerbetriebliche Arbeitskreise, in denen sich die Beschäftigten eines Betriebs mit ihren Arbeitsbelastungen und Gesundheitsressourcen auseinandersetzen und gemeinsam neue Lösungen und Vorschläge zur Erhaltung und Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens entwickeln. Nach Abschluss der Gesundheitszirkel liegt der Vorschlag für einen Maßnahmenplan vor, der im Rahmen einer Steuerungsgruppensitzung präsentiert und diskutiert wird. Die Steuerungsgruppe entscheidet auch, welche konkreten Maßnahmen im Unternehmen gestartet und umgesetzt werden.

3. Phase: die Umsetzung
Nun erfolgt die Umsetzung der erarbeiteten BGF-Maßnahmen. Welche Schwerpunkte das Unternehmen setzt, entscheidet die Steuerungsgruppe anhand der Erkenntnisse aus der Diagnose- und Planungsphase. Diese Maßnahmen können von Betrieb zu Betrieb unterschiedlich sein: von Führungskräftecoaching bis zu erwünschten baulichen Veränderungen.

4. Phase: die Evaluierung
In der Phase der Evaluierung oder auch Bewertung wird eine schriftliche Gesundheitsbefragung aller Mitarbeiter/innen des Unternehmens durchgeführt. Alle Werkzeuge, die in der Diagnosephase für den Betrieb ausgewählt und angewandt wurden, werden in dieser Phase verwendet und die Ergebnisse des Projektes auf ihren Erfolg bewertet. Damit sollen die Veränderungen, die durch das Projekt erreicht werden konnten, messbar gemacht werden.