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Backe, backe Kekse

Vanillekipferl, Lebkuchen & Co für wirklich alle: GESUND&LEBEN hat einige Keks-Klassiker für Sie zusammengestellt – für jeden ist etwas dabei, angefangen bei kinderleichten bis hin zu Rezepten für Allergiker.


In der Adventszeit liegt der Duft von frisch gebackenen Keksen und Lebkuchen in der Luft. Diese Leckereien selber zu machen ist einfach ein tolles Erlebnis. Wenn es draußen ungemütlich wird, ist es umso schöner, zuhause zu backen. Zur Adventszeit gehören leckere Kekse einfach dazu. Dann glühen die Backbleche und verführerische Düfte ziehen durchs Haus. Kneten, ausstechen, verzieren – das kann man mit Groß und Klein, mit Freunden oder Familie machen. Aus Mehl, Butter und Zucker kann man eine Vielzahl Formen stechen, die mit Gewürzen wie Zimt oder Lebkuchengewürz, Früchten, Zuckerguss, Schokolade oder Marmelade abgewandelt werden. So wird aus einem Teig ein ganzer Teller bunter Kekse für jeden Geschmack.

Kinder in die Küche

Kekse selber zu machen gelingt auch Back­neulingen meist auf Anhieb. Besonders Kindern macht es große Freude, wenn sie ihre Leckereien selber herstellen und sich kreativ betätigen können. GESUND&LEBEN macht die Probe aufs Exempel und bittet zwei kleine Bäckerinnen und einen Bäcker, ein kinderleichtes Rezept auszuprobieren – mit einem köstlichen Ergebnis (Rezept Spitzbuben siehe Seite 36).
Kekse selber machen
Mama Carmen hilft bei den Vorbereitungen, wiegt die Zutaten ab und vermengt alles zu einem griffigen Teig. Dieser macht einen Umweg über den Kühlschrank und rastet dort eine halbe Stunde. Leonie (9) greift sich einen kleinen Teil des Teigs, nimmt den Nudelwalker fest in beide Hände und rollt ein paar Mal kräftig hin und her. Kritisch beäugt sie den ausgerollten Teig: „Ja, jetzt stechen wir aus“, gibt sie den anderen beiden das Kommando zum Loslegen.  Livia (6) und der fünf­jährige Julian hatten einstweilen die Qual der Wahl: Stern, Tannenbaum, Herzchen – welche Form soll es denn sein?

Mmhh, das duftet!

Eifrig stechen alle drei nun ihre Motive aus, dann geht’s von neuem los, Livia darf das nächste Teigstück ausrollen. Alles wird schön am Backblech drapiert, mit Eigelb bestrichen, danach steckt es Mama Carmen für einige Minuten in den Ofen. Währenddessen dampft schon das Töpfchen mit der Schokoglasur im Wasserbad – mmhh, das duftet! Die Kekse sind fertig gebacken, kühlen nun etwas aus.
Die drei kleinen Bäcker können es kaum erwarten, kommt nun doch der beste Teil – das Ver­zieren mit Schokoglasur, Streuseln, Marmelade und vielem mehr. „Schau mal, mein Herz schaut voll cool aus“, sagt Julian stolz und leckt sich die Schoko von den Fingern. Sein Herz hat rechts und links einen Schokorand mit bunten Streuseln drauf – und einen großen Schokofingerabdruck in der Mitte. Alles mit Liebe gemacht und garantiert lecker.

Zucker, Nüsse, Eier & Co

Aber was machen Menschen mit einer Allergie gegen Weizen, Milch, Eier oder Nüsse – den Grundzutaten der Weihnachtsbäckerei? Müssen sie drauf verzichten? „Nein“, sagt Daniela Wewerka-Kreimel,
MBA, Diätologin und Dozentin an der Fachhochschule St. Pölten. „Oft reicht schon ein Blick auf die Zutatenliste. Viele Kekse kommen zum Beispiel ohne Eier und Nüsse aus.“
Um die Allergiegefahr aus der Keksdose zu verbannen, ist es allerdings am besten, die Weihnachtsbäckerei selbst zu machen, dann kann man nämlich genau auf die Zutaten achten. In vielen Fällen lassen sich unverträgliche Lebensmittel ganz einfach ersetzen – so eignet sich anstelle von Eiern beispielsweise eine Mischung aus zwei Esslöffeln Wasser, einem Esslöffel Pflanzenöl und einem halben Teelöffel Back­pulver (siehe Tipps Seite 36).
Auch Zucker, Nüsse und Milch können Sie einfach austauschen. Aber auch Gewürz­mischungen können Bestandteile enthalten, auf die Sie allergisch reagieren können – verwenden Sie daher immer einzelne Gewürze.
GESUND&LEBEN hat einige Rezepte von Keks-Klassikern für Sie zusammengetragen, abgestimmt auf häufige Allergien und Unverträglichkeiten – Milch, Nüsse, Weizenmehl oder Zucker. Generell gilt: Experimentieren Sie nach Herzenslust, ver­ändern Sie Rezepte nach Belieben und passen Sie sie an die eigenen Bedürfnisse an.

Kalorien sparen

Und das Beste, wenn man Kekse selber macht: Man kann nebenbei eine Menge Kalorien einsparen, denn die kleinen Verführer haben es meist ganz schön in sich: Sie sind nicht nur süß, sondern auch fett, weiß Diätologin Wewerka-Kreimel: „Viele Rezepte enthalten zu viel Zucker und Fett. Hier sollten Sie auf jeden Fall reduzieren. Beim Zucker können Sie rund ein Drittel der angegebenen Menge weglassen, ohne dass der Geschmack leidet. Sie können den Zuckeranteil auch noch weiter reduzieren, dann sollten Sie aber Süßstoff dazugeben, sonst schmecken die Kekse zu fade.“

Weniger Fett

Auch beim Fett können Sie reduzieren, empfiehlt sie: „Lassen Sie einfach 50 bis 100 Gramm Butter weg. Damit die Kekse nicht zu trocken werden, können Sie das Fett, das Sie weglassen, durch Buttermilch ersetzen.“
Oder Sie machen einfach Kekse aus Hefe- oder Biskuitteig – eine fettärmere Variante. Und verwenden Sie prinzipiell Vollkornmehl – schmeckt genauso, nur gesünder. Vorsicht auch bei der Füllung: Diese kann eine wahre Kalorienbombe sein. Sei es Nuss-Nougat-Creme oder Marzipan – Füllungen sind zwar köstlich, aber sehr kalorienreich. Die gesündere Variante: Nehmen Sie stattdessen Marmelade.

Gut fürs Gemüt

Gesunde Weihnachtsplätzchen schmecken nicht nur köstlich, sie können zudem wertvolle Zutaten enthalten, die unsere Nerven stärken – das kann in der stressigen Adventszeit schon mal hilfreich sein. Einerseits schafft man sich mit dem gemeinsamen Keksebacken mit der Familie oder Freunden eine kleine Insel fernab der Hektik und andererseits helfen die leckeren Zutaten den Vorweihnachtsstress ein kleines bisschen besser zu meistern.
Zimt etwa hat einen positiven Einfluss auf die Verdauung und den Zuckerstoffwechsel und soll sogar gegen Erkältungen helfen. Doch nicht übertreiben: Mit Zimt sollte man eher sparsam würzen.
Die Gewürznelke ist ein weiteres tolles Gewürz, das auch in der Weihnachtszeit häufig verwendet wird: Sie enthält viele Antioxidantien und kann die Nerven stärken. Ebenso die Vanille: Sie ist – ähnlich wie Zimt – ein Gewürz, das zur Weihnachtszeit nicht fehlen darf. Vanille hat eine anregende und stärkende Wirkung – und verleiht der Weihnachtsbäckerei ihr einzigartiges Aroma.
Doch auch bei den Weihnachtskeksen gilt die Devise: mit Maß und Ziel. Genießen Sie das eine oder andere Stück, aber schlagen Sie nicht über die Stränge – für einen Genuss ohne Reue.

Foto: Gerald Lechner

Daniela Wewerka-Kreimel, MBA
Diätologin und Dozentin an der Fachhochschule St. Pölten

Streuselkugerl

Zutaten: 150 g Walnüsse (gerieben), 150 g Kochschokolade (gerieben),
150 g Honig (wer Honig nicht mag, nimmt 120 g Zucker), 1 Stamperl Rum (für Kinder weglassen), Zuckerstreusel
Zubereitung: Walnüsse, Schokolade, Honig und Rum vermischen und mehrere Stunden gründlich durchziehen lassen. Für das Formen der Kugeln die Hände leicht befeuchten, eine kleine Portion aufnehmen und daraus ein Kugerl formen. Danach in den Zuckerstreuseln wälzen und auf einem Gitter antrocknen lassen. Anschließend in schöne Papierförmchen setzen. Tipp: Kinder lieben diese bunten Streuselkugerl nicht nur zu Weihnachten, sondern etwa auch im Fasching oder zum Geburtstag.

Spitzbuben

Zutaten: 400 g Mehl, 250 g Butter (kalt), 150 g Staubzucker, 1 Ei, 1 Prise Salz,
1 Packerl Vanillezucker
Zubereitung: Mehl mit Butter verbröseln und zügig mit den restlichen Zutaten verkneten. In Folie eingewickelt im Kühlschrank mindestens eine halbe Stunde rasten lassen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gleichmäßig dünn ausrollen und mit unterschiedlichen Formen ausstechen. Diese auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben, mit Eidotter bepinseln. Im vorgeheizten Backrohr bei 160 bis 180° C (jeder Ofen heizt unterschiedlich) circa fünf bis zehn Minuten backen. Sind die Kekse oben hellbraun, herausnehmen. Nach dem Backen entweder als Doppeldecker mit Marmelade füllen, in Schokolade tunken oder mit Streusel oder anderem Dekor verzieren – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Lebkuchen mit Stevia

Zutaten: 2 große Eier, 150 g Vollkorn-Dinkelmehl, 150 g Vollkorn-Roggenmehl, 130 g Walnüsse (gemahlen), 1/2 TL Natron (oder Backpulver), 1 1/2 EL Kakao, 4 TL Stevia-Granulat, 4 EL Lebkuchengewürz, 60 g Reissirup, 30 g Agavendicksaft, 1 TL Zimtpulver, Orangenschale (von ca. eineinhalb Orangen), Saft einer Orange, 5 EL Rum (für Kinder weglassen), 1 TL Vanillezucker, 1 Ei zum Bestreichen
Zubereitung: Alle Zutaten mit Ausnahme der Eier vermengen, in der Mitte eine Mulde drücken und die Eier hineingeben. Zu einem Teig kneten, anschließend zu einer Kugel formen und in Alufolie wickeln. Danach für mindestens einen Tag in den Kühlschrank stellen. Je länger der Teig rastet, umso besser entfalten sich die Aromen. 15 Minuten vor der Weiterverarbeitung den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und die Folie entfernen. Scheiben von circa drei bis vier Zentimeter Dicke abschneiden, mit der Hand leicht andrücken und mit dem Teigroller vorsichtig ausrollen. Mit beliebigen Formen Lebkuchen ausstechen. Lebkuchen auf ein Backblech mit Backpapier legen, mit verquirltem Ei bepinseln. Nach Belieben mit Nüssen und Mandeln belegen. Im vorgeheizten Backofen bei 200° C circa sechs bis acht Minuten backen. Auskühlen lassen und in einer Dose aufbewahren. Tipp: Sollte der Lebkuchen zu hart sein, für zwei Tage einen halben Apfel dazulegen.

TIPP: Vegane Schokolade selbstgemacht 

Jene, die keine Milchprodukte vertragen, können sich ihre Schokolade – zum Naschen oder zum Keksverzieren – ganz einfach herstellen. Dazu benötigt man nur drei Grundzutaten: Kakaobutter oder Kokosfett (250 g), Staubzucker (250 g) und echtes Kakaopulver (100 g). Kakaobutter oder Kokosfett bei niedriger Temperatur schmelzen, dann den Zucker darin vollständig auflösen. Kakaopulver untermischen, in geeignete Formen abfüllen und ganz langsam abkühlen lassen. Tipp: Die noch flüssige Schokolade nach Belieben mit Nüssen, Trockenfrüchten oder Kokosflocken mischen. Den Zucker kann man durch andere Süßungsmittel, etwa Stevia, ersetzen.

Tipps bei Allergien & Unverträglichkeiten

  1. Nüsse: Haselnüsse und Erdnüsse können durch Kokosraspeln, geröstete Haferflocken oder Sesam ausgetauscht werden, auch geschälte Mandeln werden meist gut vertragen. 
  2. Weizenmehl: Dieses kann man ohne Bedenken gegen Dinkelmehl austauschen. Da sich Weizen und Dinkel genetisch sehr ähnlich sind, merkt man fast keinen Unterschied im Geschmack.
  3. Eier: Für Veganer oder Ei-Allergiker eignet sich als Ersatz eine Mischung aus zwei Esslöffeln Wasser, einem Esslöffel Pflanzenöl und einem halben Teelöffel Backpulver. Man kann aber auch – etwa für Muffins – Apfelmus nehmen: Dieses ist ebenso „saftig“ und süßt zusätzlich ganz natürlich. Eine Alternative ist auch neutraler Tofu. In Reformhäusern und Bioläden gibt es veganen Ei-Ersatz zu kaufen. Tipp: Safran färbt Gebäck eiergelb.
  4. Milch: Statt Milch kann man Wasser, Soja- oder Reismilch verwenden. In vielen Supermärkten gibt es außerdem Dinkeloder Hafermilch. Als Butterersatz eignet sich pflanzliche Margarine. Achtung: In herkömmlichen Margarinen ist oft Milch enthalten. In Bio-Supermärkten oder Drogerien gibt es Margarine, die nur aus Pflanzenfett hergestellt wird.
  5. Zucker: Menschen mit Diabetes müssen nicht auf süße Weihnachtskekse verzichten. Als Ersatz eignen sich etwa das pflanzliche Stevia, Birkenzucker oder Süßungsmittel, Menschen, die raffinierten Zucker weglassen wollen, können auch  Honig oder Bananen (je reifer, desto süßer) zum Süßen verwenden.
  6. Apfel: Menschen mit Apfelallergie können meist ohne Bedenken einen Bratapfel essen, denn die unverträglichen Stoffe werden durch das Erhitzen unschädlich gemacht.Leider gilt dies nicht für Nüsse, mit denen Bratäpfel gerne gefüllt werden – diese können auch noch nach dem Erhitzen allergische
  7. Symptome hervorrufen.
  8. Gewürze: Vom Weihnachtsmarkt kaum wegzudenken sind Punsch und Glühwein. Fragen Sie lieber sicherheitshalber nach, was enthalten ist, denn viele Menschen vertragen etwa Zimt oder Anis nicht.