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Alle Jahre wieder …

… kommt die Grippewelle. Doch wie unterscheidet sich die „echte“ Influenza vom harmlosen grippalen Infekt? Wie können Sie sich schützen? Und was sollten Sie tun, wenn es Sie doch erwischt hat?


foto: istockphoto

Grippe oder Erkältung? Die Grippe (Influenza) wird als eine akute Infektion der Atemwege definiert, die Erkältung (grippaler Infekt) als eine Infektion der oberen Atemwege. Typischer Beginn: Die Grippe setzt abrupt mit hohem Fieber, Gelenks-, Glieder- und Halsschmerzen sowie trockenem Husten ein. Die Erkältung beginnt meist mit einer rinnenden Nase und/oder Husten beziehungsweise Halsschmerzen sowie erhöhter Temperatur.

Auch wenn Sie es vielleicht nicht mehr hören wollen: Die „echte“ Grippe, im Fachjargon Influenza, sollte man wirklich ernst nehmen. Denn sie ist eine schwere Erkrankung, die immer
wieder Todesfälle fordert. Eine wissenschaftliche Studie aus der jüngsten Vergangenheit berechnete die Zahl der hiesigen jährlichen Todesfälle durch Influenza mit rund 1.100 Personen. Experten warnen daher davor, die Sache auf die leichte Schulter zu nehmen. „Die Grippe ist eine schwere Infektionskrankheit, die vor allem für ältere und geschwächte Menschen gefährlich werden kann“, sagt Allgemeinmedizinerin Dr. Caroline Fraihs aus Perchtoldsdorf. „Dabei kommt es zu einer akuten Infektion der Atemwege, die typischerweise mit sehr plötzlich einsetzendem hohen Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und extremer Schwäche einhergeht.“

Ideale Lebensbedingungen  

Tatsächlich sind die Influenza-Viren weltweit verbreitet und treten in der jeweiligen Winterzeit auf: Auf der Nordhalbkugel erkranken die Menschen in den Monaten November bis April, auf der Südhalbkugel von April bis Oktober. Grippeviren lieben trockene Luft; beheizte Räume und die kalte Außenluft im Winter bieten ihnen ideale Lebensbedingungen. Die Viren zerstören die Oberflächenzellen des Atmungstraktes, indem sie sich dort extrem rasch vermehren. Letzteres tun sie bereits innerhalb von vier bis sechs Stunden nach der Infektion, und sie können sich dann rasant in die Nachbarzellen ausbreiten.
„Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, also beim Husten, Niesen oder Sprechen. Aber auch durch Händeschütteln, das Anfassen von Türklinken oder Geldscheinen können Grippeviren übertragen werden“, erklärt Fraihs. In diesem Zusammenhang macht sie darauf aufmerksam, wie häufig man sich im Alltag mehr oder weniger unbewusst ins Gesicht fasst und den Viren dadurch beste Chancen einräumt, sich dort einzunisten, wo sie ihr böses Spiel treiben können. „Ganz wichtig ist deshalb vor allem nach jedem Händekontakt oder nach Fahren in der U-Bahn etc. sich gründlich und mit Seife die Hände zu waschen.“ Ein anderer guter Tipp ist, die Hände vom Gesicht, insbesondere den Augen immer fernzuhalten, da das Virus häufig den Übertragungsweg Hände–Augen–Atemwege nimmt.

Grippe oder grippaler Infekt?

Dass man sich mit der „echten“ Grippe angesteckt und nicht etwa einen harmlosen grippalen Infekt eingefangen hat, erkennt man in der Regel daran, dass man sofort hohes Fieber (über 38 Grad) entwickelt, unter Husten und Halsschmerzen leidet und sich sehr krank fühlt (siehe Bild). Schüttelfrost, Kopfschmerzen, extreme Müdigkeit, ein geröteter Rachen, eine verstopfte Nase, Muskel- und Gliederschmerzen sowie in seltenen Fällen auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall sind weitere typische Symptome der Influenza-Erkrankung. Und: Vor allem bei älteren und chronisch kranken Menschen, Personen mit geschwächter Immunabwehr sowie Kleinkindern kann eine Grippe-Erkrankung zu ernsthaften, mitunter lebensbedrohlichen Komplikationen führen, die auch durch Zweitinfektionen mit Bakterien verursacht werden können. Dazu zählen Bronchitis, Lungenentzündung, Entzündungen der Nebenhöhlen und des Ohres, des Herzmuskels und des Nervensystems. Diese Erkrankungen können mit Antibiotika behandelt werden, doch gegen das Influenza-Virus sind Antibiotika wirkungslos.

Was „Grippemedikamente“ können

Andere Medikamente, die gegen das Übel der echten Grippe entwickelt wurden, sind sogenannte Neuraminidasehemmer, die ein bestimmtes Enzym des Virus hemmen, wodurch unter anderem die weitere Vermehrung des Erregers blockiert werden kann. „Für diese Medikamente wurde gezeigt, dass sie bei einer Verabreichung innerhalb der ersten 48 Stunden nach Krankheitsbeginn die Intensität und Dauer der Symptome vermindern und die Häufigkeit von Komplikationen verringern“, sagt Fraihs. Allerdings merkt sie auch an, dass die großen Hoffnungen, die anfangs in diese Medikamentengruppe gesetzt wurden, nicht in dem Ausmaß erfüllt wurden, wie man zunächst glaubte.
Die erfahrene Allgemeinmedizinerin weiß, dass man Influenza nicht ursächlich behandeln kann und rät daher vor allem dazu, dem Körper die Möglichkeit zu geben, sein eigenes Immunsystem arbeiten zu lassen. Viel Schlaf ist die oberste Devise, ausreichend Tee und Wasser trinken, um alles durchzuspülen, und die Räume in der Wohnung immer wieder gut lüften. Wie viele andere Ärzte rät sie vom inflationären Gebrauch von fiebersenkenden und schmerzstillenden Mitteln ab. „Fieber kann wahrscheinlich Krankheitserreger abtöten und sollte in den meisten Fällen nicht sofort
wieder gesenkt werden. Ich empfehle, solche Medikamente nur vor der Nachtruhe einzunehmen, damit man schlafen kann, denn bei zu hohem Gebrauch bessern diese Präparate zwar oberflächlich gesehen die Symptome, die Gefahr, die Krankheit damit zu verlängern, ist aber groß.“

Impfmüdes Österreich

Sie sehen also: Mit der „echten“ Grippe ist nicht zu spaßen, denn sie kann einen mitunter für Wochen außer Gefecht setzen, und die Experten plädieren daher vehement dafür, die einzige effiziente Vorbeugungsmaßnahme – also die Grippeimpfung – in Anspruch zu nehmen. Dazu muss allerdings gesagt werden, dass die Österreicher immer impfmüder werden. Die Influenza-Durchimpfungsrate nimmt hierzulande seit 2006 kontinuierlich ab und hat laut Statistik auch schon unter sieben Prozent betragen. In keinem westlichen Industriestaat ist sie ähnlich niedrig. In Deutschland etwa liegt die Rate über 30, in Holland gar über 40 Prozent.
Dabei schützt nur die Impfung vor Influenza, und die Treffsicherheit der Impfstoffe ist in den letzten Jahren sehr hoch gewesen. „Durch die Grippeimpfung wird das Immunsystem mit dem Erreger bekannt gemacht, noch bevor es zu einer Infektion gekommen ist“, erklärt Allgemeinmedizinerin Fraihs. „Der Impfstoff enthält einen sogenannten Totimpfstoff, der eine Immunreaktion auslöst. Es bilden sich Gedächtniszellen, die bei Kontakt mit dem echten Grippeerreger sehr schnell Antikörper bilden und das Virus ausschalten, noch bevor es sich ausbreiten kann.“ Deshalb ist man mit der so erreichten Immunität vor der Erkrankung geschützt und kann sie auch nicht mehr auf andere Personen übertragen. Wichtig zu wissen ist aber, dass die Grippeimpfung vor grippalen Infekten, die nicht von einem Grippevirus hervorgerufen werden, keinen Schutz bietet.  

Grippeimpfung für alle

Letztere sind aber meist auch in ein paar Tagen ausgestanden und belasten den Körper nicht in dem Ausmaß, wie es die echte Grippe tut, gegen die sich laut Expertenempfehlung vor allem Personen, die mit vielen Menschen in Kontakt kommen, sowie Personen mit Vorerkrankungen, für die eine Ansteckung lebensgefährlich sein kann, impfen lassen sollten. Die besondere Empfehlung des österreichischen Impfausschusses gilt auch für Menschen über 50 und Kinder. Ärztin Fraihs plädiert für die Grippeimpfung für alle: „Wenn man so leicht eine schwere Krankheit und mögliche Komplikationen verhindern kann, sollte man es tun.“ Tatsächlich sind viele Experten für die Impfung auch bei Jungen und Gesunden, denn die Virusausbreitung unter ihnen ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung einer Epidemie. Oft stecken Kinder alte Menschen an, die dann einen schweren Krankheitsverlauf haben, und deshalb sind im Sinne der Volksgesundheit gerade für diese Personen hohe Durchimpfungsraten anzustreben. Tun Sie also etwas für sich und für andere und nehmen Sie die Möglichkeit der Grippeimpfung in Anspruch!

Was tun bei Fieberblasen?  

Bei mehr als 80 Prozent aller Menschen schlummern Herpes-simplex-Viren Typ 1 im Körper. Stress, eine Erkältung oder starke UV-Einstrahlung können das Signal zu Fieberblasen geben – und ist das körperliche Abwehrsystem aus der Balance geraten, zeigen sich die lästigen Fieberblasen an der Lippe oder an der Nase. Sie sind mit einer hoch infektiösen Flüssigkeit gefüllt und präsentieren sich als lästige Bläschen-Ansammlung, die brennt, juckt und spannt. Die lästigen Male heilen zwar nach etwa fünf Tagen ohne sichtbare Spuren wieder ab, mit virushemmenden Cremen kann man diesen Prozess aber ein wenig beschleunigen. Auch juckreizhemmendes Puder kann Fieberblasen einen rascheren Garaus machen.