Ab nach draußen!
Jetzt im Sommer heißt es für Kinder: Weg von Computer oder Spielkonsole und raus in die Natur! Ob im Garten, Park oder Wald – viele alte und neue Kinderspiele machen nicht nur Spaß, sondern das Herumtoben ist auch richtig gesund.
Endlich Sommerferien! Früher hieß das: Ab ins Freie, sich mit den Nachbarskindern treffen, stundenlang spielen und die Natur entdecken. Heute verkriechen sich die Kinder oftmals in ihrem Zimmer und ihre einzigen Spielpartner sind Computer, Spielkonsole und Co. Bewegungsmangel in der Kindheit hat meist gesundheitliche Folgen, die bis ins Erwachsenenalter reichen – umgekehrt profitiert man als Erwachsener von dem Lebensstil, den man als Kind hatte.
Warum „Spielen“?
Spielen zählt zu den wichtigsten Grundbedürfnissen von Kindern und ist mehr als nur reine Freizeitbeschäftigung: Beim Spielen im Freien werden motorische Fähigkeiten wie Koordination, Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Beweglichkeit sowie Fantasie und Konzentration gefördert. Kinder können dabei überschüssige Energie oder Aggressionen abbauen und richtiges soziales Verhalten lernen. Gewinnen oder Verlieren ist dabei oft nebenrangig, stattdessen müssen sich die Kinder untereinander verständigen und kooperieren. Erfolgserlebnisse stärken das Selbstbewusstsein, während Misserfolge auch für das spätere Leben lehren, wie man mit Niederlagen umgeht. Die Kinder lernen durchs Spielen, sich an Regeln zu halten, sich durchzusetzen und in andere hineinzuversetzen. Konflikte austragen wird spielerisch erlernt, genauso wie mit Gefühlen wie Freude, Zuneigung, Mitgefühl, Neid oder Leid umzugehen. Kinder sollten sich täglich bewegen, dazu zählt Alltagsbewegung wie zu Fuß zur Schule gehen, spielen oder Rad fahren. Mehrmals pro Woche sollten sie sich körperlich verausgaben, das heißt, so lange es Spaß macht – Kinder kennen ihre Grenzen ganz instinktiv.
Alte Spiele neu entdeckt
Räuber und Gendarm, Versteinern oder Tempelhüpfen – wer kennt sie nicht aus der eigenen Kindheit und erinnert sich gern daran? Zeigen Sie Ihren Kindern diese „alten“ Spiele und Sie werden sehen, dass sie heute noch genauso gern gespielt werden. Wecken Sie in Ihren Kindern wieder die Lust am Toben im Freien und sind Sie selbst ein gutes Vorbild: Spielen Sie mit Ihren Kindern, machen Sie regelmäßige Spaziergänge oder verausgaben sich bei einem Wettlauf mit ihnen. Für die meisten Spiele braucht es weder teure Spielsachen noch einen eigenen Garten – ein paar Spielgefährten, Fantasie und ein Ball reichen meist aus. Und wer weiß: Vielleicht entdecken auch Sie
wieder das Kind in Ihnen!
Folgende Spiele setzen sich aus alten und einigen neuen zusammen. Vielleicht haben Sie das ein oder andere Spiel noch mit anderen Spielregeln gespielt. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und so können die Regeln entsprechend der Anzahl und dem Alter der Kinder verändert werden.
Erdäpfellauf
mindestens 2 Spieler
Die Kinder bekommen einen Löffel, auf den ein Erdapfel gelegt wird, der so schnell wie möglich zu einem Zielpunkt gebracht werden soll. Es wird ein Weg vorgegeben, der einige Schwierigkeiten beinhaltet (z. B. Stuhl, Tisch oder Bank, über die man klettern oder kriechen muss). Wer zuerst mit dem Erdapfel auf dem Löffel das Ziel erreicht, ist der Sieger. Der Erdapfel darf nicht festgehalten werden und muss die ganze Zeit auf dem Löffel balanciert werden. Der Spieler, dem der Erdapfel runterfällt, scheidet aus oder muss wieder vom Startpunkt anfangen.
Schubkarrenfahren
mindestens 4 Spieler
Die Spieler finden sich in Paaren zusammen. Jeweils einer der beiden geht in Liegestütz-Stellung und ist damit eine Schubkarre, die mit ihren Händen „fährt“. Der andere nimmt dann dessen Füße und ist der Fahrer: Er kann mit der Schubkarre (sanft!) durch die Gegend fahren. Die Schubkarren müssen nun gleichzeitig eine definierte Strecke oder einen Hindernisparcours absolvieren. Anschließend wird getauscht. Das Paar, das dies am schnellsten schafft, hat gewonnen.
Luftballonjagd
beliebig viele Kinder
Die Mitspieler bilden zwei Mannschaften und blasen ihre Luftballons auf. Die Kinder einer Mannschaft stellen sich jeweils in einer Reihe auf. Die andere Mannschaft, die ebenfalls eine Reihe bildet, steht in der Entfernung von einem Meter gegenüber. Jede Mannschaft bekommt als Luftballonanzahl die Hälfte ihrer Mitspielerzahl. Die Spieler haben nun die Aufgabe, so viele Luftballons wie möglich hinter die stehenden Kinder der gegnerischen Mannschaft zu schießen. Luftballons, die hinter die Gegenspieler gefallen sind und dort am Boden liegen, dürfen nicht wieder im Spiel verwendet
werden. Daher ist es wichtig, die Luftballons abzuwehren, bevor sie hinter einem
landen. Wenn die Mitspieler keine Luftballons mehr in den Händen haben, endet
das Spiel. Siegermannschaft ist jene, die die meisten Luftballons hinter die Gegner geschmettert hat.
Tempelhüpfen
beliebig viele Kinder oder alleine
Zuerst wird der Tempel mit Straßenkreide aufgemalt – hier gibt es unterschiedliche Varianten. Die Kinder
hüpfen in einem vereinbarten Muster über den Tempel (z. B. bei einem Feld mit einem Fuß, bei zwei Feldern mit zwei Füßen). Dann wird ein flacher Stein auf ein Feld (z. B. Feld 5) geworfen. Das Kind muss auf einem Bein hüpfend das Feld mit dem Stein überspringen und im nächsten Feld landen, dann in die folgenden Felder hüpfen, im 7. Feld umdrehen und zurückhüpfen. In Feld 5 angelangt, nimmt es den Stein auf und springt direkt in die Ausgangsposition. Nun wirft es den Stein in das nächste Feld, das es nun beim Hüpfen überspringen muss. Am Rückweg hebt es den Stein wieder auf. So wird bis Feld 7 gespielt. Ein Fehler wäre, wenn man eine Trennlinie oder der zweite Fuß den Boden berührt.
Räuber & Gendarm
beliebig viele Kinder
Die Räuber verstecken sich und ein Gendarm sucht sie. Erwischt der Gendarm einen Räuber, muss dieser
im Gefängnis (z. B. eine Ecke im Garten) warten, bis
alle Bösewichte gefunden wurden. Danach werden
die Rollen getauscht.
Versteinern
5 oder mehr Kinder
Ein Fänger (oder mehrere) wird bestimmt. Er versucht auf einer vereinbarten Fläche die anderen per Handschlag zu „versteinern“ (oben). Wer erwischt wird, muss mit gespreizten Beinen stehen bleiben und kann erlöst werden, wenn ein anderes Kind unter den Beinen durchkrabbelt (r.). Sind alle „versteinert“, werden die Rollen getauscht.
Hase & Jäger
beliebig viele Kinder
Die Mitspieler bestimmen, wer der Jäger ist. Dieser erhält einen Ball. Die anderen sind Hasen. Der Jäger muss nun versuchen, mit dem Ball die Hasen zu treffen (oben). Gelingt ihm das, wird das getroffene Langohr auch zum Jäger. Ab dem Zeitpunkt, an dem es zwei Jäger sind, müssen sich diese den Ball gegenseitig zuspielen (r.). Aber: Der Ball darf beim Laufen nicht getragen werden. Sind alle Hasen getroffen, endet das Spiel. Der zuletzt übergebliebene Hase wird im nächsten Spiel der Jäger.





