< vorhergehender Beitrag

342 „Gesunde Gemeinden“ in NÖ

Den Aufbau von Gesundheitsangeboten in der eigenen Gemeinde unter­stützen – das ist der Auftrag der Initiative »Tut gut!«. Machbar ist das nur durch engagierte Menschen in den 342 „Gesunden Gemeinden“. Die Grundzertifizierung soll nun die Qualität der Angebote garantieren.


FOTOS: Initiative »tutgut«

Mag. Alexandra Lengauer-Strasser, Settingleitung Gemeinde/Leitung Fachbereich Mentale Gesundheit bei der Initiative »Tut gut!«. Sie ist Psychologin und studiert berufsbegleitend Soziale Arbeit an der FH St. Pölten.

Christa Rameder ist in der Initiative »Tut gut!« Mitarbeiterin des Settings Gemeinde und u. a. zuständig für die inhaltliche Weiterentwicklung des Programms „Gesunde Gemeinde“. Sie ist Diaetologin und studiert berufsbegleitend Gesundheitsmanagement an der FH Krems.

342 Gemeinden in Niederösterreich sind „Gesunde Gemeinden“. Sie bündeln für ihre Bevölkerung die diversen gesundheitsrelevanten Angebote und ergänzen sie neben Projekten durch Gesundheitstage, Vorträge und Workshops. Das Ziel: umfassende und maßgeschneiderte Gesundheits-Angebote direkt vor Ort. Dabei arbeitet jede Gemeinde nach den Wünschen der lokalen Bevölkerung. Unterstützt wird sie organisatorisch und inhaltlich mit qualitätvollen Angeboten durch die Initiative »Tut gut!«.
Mittlerweile nutzen über 60 Prozent aller niederösterreichischen Gemeinden das Programm „Gesunde Gemeinde“ – Anlass für die Initiative »Tut gut!«, die Qualität dieser wertvollen Gesundheitsförderungs- und Präventionsarbeit in den Gemeinden zu sichern und zu steigern, erklärt Mag. Alexandra Lengauer-Strasser. Sie leitet in der Initiative »Tut gut!« das Setting Gemeinde und erklärt die Möglichkeit der Qualitätssicherung, die in mehreren Stufen funktioniert: „Die ‚Gesunden Gemeinden‘ können heuer erstmals ein Grundzertifikat erlangen, indem sie die Struktur- und Prozessqualität ihrer Arbeit stärken.“ Dafür müssen sie mindestens acht von zehn Kriterien erfüllen, Stichtag ist der 1. November 2012. Das dürfte vielen der „Gesunden Gemeinden“ nicht allzu schwerfallen. Lengauer-Strasser: „Die Grundzertifizierung ist eine Auszeichnung und gilt als Grundlage für die weitere Qualitätsentwicklung. Sie soll außerdem die wertvolle und gute Arbeit in den ‚Gesunden Gemeinden‘ vor den Vorhang holen.“
Folgende Kriterien sind zur Stärkung der Struktur- und Prozessqualität zu erfüllen:

Strukturebene

  • Das Programm „Gesunde Gemeinde“ wurde in der Gemeinde vorgestellt.
  • Ein Arbeitskreis ist organisiert und eine Arbeitskreisleitung definiert.
  • Der Arbeitskreis ist für alle zugänglich und wird offiziell angekündigt.
  • Der Arbeitskreis wird finanziell von der Gemeinde unterstützt.
  • Der Arbeitskreis wird personell von der Gemeinde unterstützt.

Prozessebene

  • Regelmäßige Sitzungen (mind. zwei pro Jahr), die auch öffentlich ausgeschrieben werden, finden statt.
  • Zu mindestens zwei dieser Sitzungen wird der Regionalberater eingeladen.
  • An jeder Sitzung nehmen Personen aus verschiedensten Herkunftsdisziplinen und mit verschiedenen Zugängen zum Thema „Gesundheit“ teil.
  • Die Sitzungen werden protokolliert, den Teilnehmern, der Gemeinde sowie der Regionalberatung wird ein Protokoll zur Verfügung gestellt.
  • Die „Gesunde Gemeinde“ agiert vernetzt als Plattform für Gesundheitsförderung und Prävention in der eigenen Gemeinde.

Und wenn eine Gemeinde erst sechs oder sieben der geforderten Kriterien erfüllt? Christa Rameder ist im Setting Gemeinde zuständig für die inhaltliche Weiterentwicklung des Programms „Gesunde Gemeinde“. Sie macht allen Gemeinden Mut: „Wer an der Grundzertifizierung heuer nicht teilnehmen kann, kann sie auch in einem der nächsten Jahre absolvieren. Wichtig ist, dass die Teams in den Gemeinden dranbleiben und wissen, wohin sie sich entwickeln sollen, damit das Programm zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger optimal wirken kann.“
Was bringt  die Grundzertifizierung für die Gemeinden? Rameder weiß: „Der Stellenwert der ‚Gesunden Gemeinde‘ steigt, die qualitativ wertvolle Arbeit rückt in den Vordergrund und bleibt gesichert oder sie wird durch das Aufzeigen noch nicht entdeckter Ressourcen gesteigert.“         n