Werben um Ärzte-Nachwuchs
Das Thema der Jungärzte-Gewinnung ist derzeit ein sehr wichtiges.

(v.l.) Landesrat Mag. Karl Wilfing, Dr. Theresa Roiser (Turnusärztin im Uniklinikum St. Pölten) und Dr. Thomas Gamsjäger, MSc (Ärztlicher Direktor im Uniklinikum St. Pölten), präsentieren die neue Kampagne der NÖ Landeskliniken-Holding für die Werbung um Ärzte-Nachwuchs bei Mediziner-Messen: „Turnus mit Herz“.
Während es im Jahre 2006 allein in Wien noch 2.000 Studienplätze in der Humanmedizin gab, werden heute in ganz Österreich nur mehr 1.500 Plätze
angeboten. Zusätzlich zieht es viele Medizin-Absolventen ins Ausland. „Das bedeutet, dass wir viele Maßnahmen setzen müssen, um die Absolventen in Österreich zu halten“, weiß der für die NÖ Kliniken zuständige Landesrat Mag. Karl Wilfing. In Niederösterreich setzt man nun Maßnahmen, um junge Menschen von der Attraktivität des Arztberufs in Niederösterreich zu überzeugen. Bereits im Jahr 2012 wurde in Niederösterreich ein neues Spitalsärztegesetz beschlossen, damit die Arbeitszeiten der Ärzte EU-konform sind – deshalb gab es in den letzten Monaten zwar jede Menge Berichte über unzufriedene Ärztinnen und Ärzte aus so gut wie allen Bundesländern, aber nicht aus Niederösterreich. Um Ärzte in den Landes- und Universitätskliniken organisatorisch und administrativ zu entlasten, gibt es zahlreiche Überlegungen und auch einige
Pilotprojekte, zum Beispiel mit zusätzlichen Haushalts- oder Sekretariatskräften in den Abteilungen. Diplomierte Pflegekräfte übernehmen ebenfalls
einige Aufgaben von Ärzten, für die sie zwar geschult sind, die sie in Zeiten der Ärzteschwemme vor 20 bis 30 Jahren aber an die Ärzte abgegeben haben.
Wilfing betont, es sei „wichtig, dass sie sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren können.“
Schülerinnen und Schüler der Maturajahrgänge werden in die Kliniken eingeladen, um ihnen den Arztberuf schmackhaft zu machen. Für die Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium werden Vorbereitungskurse angeboten und anschließend jenen, die die Aufnahmeprüfung bestanden haben, die
Prüfungskosten ersetzt.
Auch die seit zwei Jahren laufende neu gegründete Karl-Landsteiner-Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems bildet in Zusammenarbeit mit den Universitätskliniken St. Pölten, Krems und Tulln eine neue Generation von Ärzten für die heimischen Kliniken aus.
Im Wettbewerb am Arbeitsmarkt bemühen sich die NÖ Landes- und Universitätskliniken um einen attraktiven Turnusdienst für die Uni-Absolventen, sagt Dr. Thomas Gamsjäger, MSc, Vorsitzender der Ärztlichen Direktoren in Niederösterreich und Ärztlicher Direktor im Universitätsklinikum St. Pölten: „Der klassische Turnusdienst in der Allgemeinmedizin hat durch den Gesetzgeber eine grundlegende Adaptierung erfahren. Mit 1. Juni 2015 beginnt die Basisausbildung. In den ersten neun Monaten
können grundlegende Erfahrungen und Kenntnisse gesammelt werden.“




