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Unsere kinderfreundliche Haus­gemeinschaft – wie sie sein sollte

Kolumne von Mag. Gabriela Peterschofsky-Orange NÖ Kinder- & Jugendanwaltschaft Tel.: 02742/90811


Wie müsste eine Hausgemeinschaft funktionieren, in der sich auch Kinder wohl fühlen und gut entwickeln können? Viel zu oft erleben wir in der Kinder- und Jugendanwaltschaft, dass es im Alltag ganz anders ist. Deshalb hier ein Vorschlag, wie das Zusammenleben sein sollte ...

Liebe Bewohnerin,
lieber Bewohner,
liebe Kinder!
Hier wohnen wir Kinder, unsere Eltern, Erwachsene und ältere Menschen. Jeder soll seinen Platz hier in der Anlage haben und sich wohl fühlen. Damit dies gelingen kann, müssen alle aufeinander schauen und Rücksicht nehmen. Jeder soll hier gerne wohnen. Wenn alle zusammenhelfen, geht es besser.
Wir Kinder wollen spielen. Wir möchten auch manchmal laut sein beim Spielen. Dabei wollen wir uns viel bewegen, etwas bauen und uns Plätze (Wohnung, Gang, Garage und Hof) dafür suchen. Auch unsere Freunde sollen uns besuchen und mit uns spielen können.
Kinder sind gleichberechtigte Wohnpartner! Wir wünschen uns einen Platz, wo wir auch außerhalb der Wohnung spielen können. Die Autos brauchen Platz, wir auch. Zeiten, in denen wir Kinder im Hof spielen dürfen: 6 bis 12 Uhr und 15 bis 20 Uhr. In den Ruhezeiten können wir in einen Park gehen und dort spielen. Oder ruhige Spiele spielen. 12 bis 15 Uhr ist Mittagsruhe, 20 bis 6 Uhr Nachtruhe.
Wir wollen, dass uns nichts passiert, dass Spielgeräte in Ordnung sind. Die Autofahrer sollen im Wohngebiet auf Kinder achten. Klar ist, dass wir auch auf die Autos schauen müssen. Auch unsere Sandkiste soll nicht verschmutzt werden. Zigarettenstummel am Boden sind grauslich. Wir wollen auch auf die kleineren Kinder aufpassen. Es ist gut, wenn die Türen in den Keller versperrt sind, damit nichts passieren kann.
Wenn etwas absichtlich kaputt gemacht wird, soll es wieder gut gemacht werden oder die Kinder helfen beim Reparieren mit. Wenn etwas passiert, sollen Erwachsene mit uns reden, nicht gleich losschimpfen und brüllen. Sonst haben wir Angst und trauen uns nichts mehr zu sagen.

Quelle kija Tirol