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Start in ein gesundes Kindergarten- und Schuljahr

Jetzt geht es wieder los – das regelmäßige Pünktlichsein, Lernen, Hausaufgaben­machen und Eingespanntsein. Ob Kinder und Jugendliche das gern tun oder nicht – für alle gibt es ein paar Anregungen, damit sie sich wohl fühlen und fit sind.


Foto: istockphoto.com

Manche Kinder und Jugendliche können es kaum erwarten, für andere ist es das ungeliebte Ende der Ferien: Für Kindergarten- und Schulkinder beginnt wieder der regelmäßige Alltag mit Verpflichtungen und Aufgaben, aber auch mit der Freude am Neuen, am Lernen-Dürfen, an den Freunden und an den
vielen spannenden Dingen, die so ein neues Kindergarten- und Schuljahr mit sich bringt.
Wichtig für Große und Kleine ist es, dass sie sich in Kindergarten und Schule richtig wohl fühlen können, genug Bewegung machen, sich ausgewogen ernähren und so optimal leistungsfähig für die vielen neuen und spannenden Anforderungen und Eindrücke sind.

Lernen mit allen Sinnen

Kinder (und übrigens auch Erwachsene) lernen mit Kopf, Herz und Hand und vor allem spielerisch. Aus der Gehirnforschung weiß man, dass Lernen mit allen Sinnen, die Integration der beiden Gehirnhälften und das Lernen mit Bewegung eine große Rolle spielen. Wer da ein bisschen Fantasie entwickelt, macht sich das Lernen leichter. Man kann zum Beispiel ein Gedicht, einen Text viel leichter im Gehen auswendig lernen. Oder das Multiplizieren-Üben mit einem Ballspiel verbinden. Lernen heißt also nicht unbedingt still zu sitzen. Indem Sie dies beachten, helfen Sie Ihrem Kind, den individuellen Lernweg zu finden.
Konzentrieren und entspannen, wahrnehmen und bewegen, Rhythmus und Rituale – das sind die Zutaten für optimales Lernen. Pausen gehören da ebenso dazu wie kleine Belohnungen nach getaner Tat, Dinge, die dem Nachwuchs Spaß machen, wie gemeinsam mit dem Hund gehen, eine Runde Rollerskaten oder die Erlaubnis, noch ein bisschen mit Freunden zu spielen.
Studien aus der Gehirnforschung ergeben, dass wir positive Emotionen (Verbundenheit, Freude, Lust, Zufriedenheit etc.) brauchen, um Glücksgefühle zu bekommen und unsere Ziele zu erreichen. Denn nichts ist frustrierender – und schadet beim Speichern des Gelernten – als miese Stimmung, Streit oder Unzufriedenheit.
Bewegung tut gut
Jedes Kind braucht Bewegung – und Studien zeigen, dass sich besonders Mädchen am Ende der Volksschulzeit viel zu wenig bewegen. Bewegungsmangel hat langfristig große Nachteile für die Gesundheit; kurzfristig kann er zu Konzentrationsstörungen und Schlafproblemen führen und zusammen mit einer eher kalorienreichen Ernährung zu Übergewicht und noch mehr Bewegungsdefizit. Deshalb ist es wichtig, dass Kinder möglichst viele Chancen bekommen, sich altersgerecht zu bewegen.

Bewegung im Kindergartenalter

Im Vorschulalter sind Bewegungs- und Kletterlandschaften ideal: Klettern, hangeln, balancieren, Roller- und Fahrrad fahren, zwischen fünf und sechs Jahren schwimmen lernen. Leichte Bälle werfen und fangen sind hochkomplexe Leistungen, bei denen das Gehirn Unmengen lernt. Hüpfen, Purzelbäume machen, schaukeln und wippen und zum Beispiel im Winter einen verschneiten Hang hinunterrollen sind wichtige Bewegungserlebnisse. Geben Sie Ihrem Kind Freiraum, seien Sie nicht übervorsichtig – dann wird es sich immer sicherer bewegen und hat damit ein deutlich geringeres Verletzungsrisiko als ein überbehütetes Kind.

Bewegung im Volksschulalter

Im Volksschulalter ist die beste Zeit, möglichst viel auszuprobieren: Es geht darum, Bewegungserfahrungen zu sammeln und ein Sportarten-Repertoire auszuformen. Gerade mit dem Schulbeginn droht die Gefahr, dass das Kind viel zu viel sitzt und ihm die Bewegung förmlich „abgewöhnt“ wird. Machen Sie im Alltag Ihres Kindes Lernen, Bewegung und Spielen zu gleichwertigen Partnern. Vielleicht ist es für Ihr Kind besser, sich nach der Schule erst auszutoben und dann die Hausaufgaben zu machen. Studien belegen, dass dabei das Gehirn das in der Schule Gelernte verarbeitet und sich bereit macht für neue Lernimpulse. Kinder, die genug Bewegung haben, können sich meist besser konzentrieren.
Volksschüler können Regeln und grundlegende Techniken verschiedener Sportarten gut lernen. Im Mannschaftssport entwickeln sie Spielverständnis, üben Disziplin und lernen, mit Siegen und Nieder­lagen umzugehen. Taktik-Verständnis und Risiko­gefühl fehlen ihnen allerdings noch, deshalb brauchen sie Anleitung und Unterstützung – etwa im Straßenverkehr oder beim Klettern.
Ideal sind Kurse, in denen die richtige Technik und die Grundregeln der Sportarten gelernt werden, wie Schwimm-, Schi- und Snowboardkurse, alle Ballsportarten, Rollerskaten und Eislaufen, in der Familie Rad- und Wandertouren machen. Lassen Sie Ihr Kind auch Sportarten wie Klettern, Tanzen, Yoga oder Schnorcheln ausprobieren. Wichtig: Betonen Sie nicht das Thema „Leistung“ und belohnen Sie Ihre Kinder in diesem Alter nicht für sportliche Leistungen, denn sonst verliert Sport seine Leichtigkeit.

Bewegung zwischen 10 und 14

Jetzt ist es Zeit, sich einzelnen Sportarten gründlich zu widmen. Sportwissenschafter bezeichnen die Jahre zwischen zehn und zwölf als „goldenes Lernalter“, weil sich in diesen Jahren die Nervenstrukturen ideal eignen, richtig viel an Bewegungsabläufen zu speichern und später auszufeilen: Jetzt kann das Kind zum Könner in seinen Sportarten reifen. Virtuosität ist aber dann die nächste Lernstufe und hat noch Zeit. In diesen Jahren festigt sich die Einstellung zum eigenen Körper. Allerdings sind die Eltern nach wie vor Vorbild und sollten sich dieser Funktion auch bewusst sein und ein bewegtes Leben vorleben.
Bewegungsspiele auf Spielkonsolen können auch Teil der gemeinsamen Bewegungsprogramme sein, Kletterpark-Besuche, Wanderungen, gemeinsame Joggingrunden, Federballturniere im Garten oder eine Slackline, an der sich Kinder und Eltern erproben. Wichtig sind Sporteinheiten mit anderen Jugendlichen, ob Judokurs oder Ballsportverein, Skaterpark oder Beachvolleballplatz. Koordination und Technik sind jetzt Lerninhalte, die auf frucht­baren Boden fallen – ob Fußball oder Tischtennis, Handball oder Football. Sport sollte unbedingt Teil des Alltags sein.

Bewegung als Teil des Lebens

Ältere Jugendliche organisieren sich ihren Sport meist selber. Sie brauchen unter Umständen noch Hilfe, das Training auch zu erreichen.
Für alle Kinder und Jugendlichen gilt: Sie sollten jeden Tag mindestens 60 Minuten mit mittlerer Intensität körperlich aktiv sein, Jugendliche dabei zumindest zehn Minuten durchgehend. Mittlere Intensität bedeutet, dass während der Bewegung zwar noch gesprochen, aber nicht mehr gesungen werden kann. An mindestens drei Tagen die Woche sollten muskelkräftigende und knochenstärkende Bewegungsformen auf dem Programm stehen wie Springschnurspringen, Liegestütze, Hüpfen, Laufspiele etc. und zusätzlich Aktivitäten, die Koordination und Beweglichkeit fördern wie Jonglieren und Balancieren.  
Tägliche Wege nutzen
Jeder Schritt tut gut! Das ist das Motto der Kam­pagne der Initiative »Tut gut!«. Der Alltag bietet Kindern und Jugendlichen – und ihren Eltern – viele Möglichkeiten, sich zu bewegen. Das beginnt damit, dass man beim Zähneputzen die Balance trainiert, indem man auf nur einem Bein steht oder die Treppe nimmt statt des Lifts. Ein sehr wichtiger Faktor ist der Schulweg: Wer ihn – zumindest ein Stück – zu Fuß zurücklegt, hat schon ein bisschen Bewegung gemacht, frische Luft in den Lungen, hat vielleicht mit Freunden geplaudert und lernt, im Straßenverkehr gut aufzupassen.

Gesundes Frühstück

Ein leerer Bauch studiert nicht gern. Ein voller aber auch nicht. Beginnen Sie daher den Tag gemeinsam mit Ihren Kindern bei einem Frühstück, das die Leistungsfähigkeit der Kinder in Gang setzt. Ungesüßtes Müsli und Cornflakes sind eine beliebte Variante, die den Kleinen schmeckt und nebenbei wichtige Spurenelemente, Mineralien und Vitamine liefert. Mit Vollkornbrot mit leichten Aufstrichen und Obst hat das Kind wichtige Ballaststoffe für eine gesunde Verdauung und eine erste Portion Vitamine. Schon am Morgen sollte man den Wasserhaushalt auffüllen. Dafür eignen sich verdünnte Frucht- und Gemüsesäfte sowie ungesüßte Kräutertees am besten. Genauso wichtig ist eine gesunde und ausgewogene Jause – mehr dazu im nächsten GESUND+LEBEN, das Ende September erscheint.

Mentale Gesundheit

Wichtig für eine erfolgreiche und schöne Kindergarten- und Schulzeit ist, dass sich Ihr Kind geborgen und geliebt fühlt – unabhängig von den schulischen Leistungen. Liebe darf nicht mit Leistung gekoppelt werden, jeder Mensch will so geliebt werden, wie er ist. Was Sie Ihrem Kind mitgeben können, sind Sätze und die innere Grundhaltung wie „Ich liebe dich so, wie du bist, vorbehaltlos und uneingeschränkt!“ Geben Sie viel Anerkennung, Lob und Motivation, in etwa mit Sätzen wie „Ich sehe die vielen kleinen Dinge des Alltags, die du schon bewältigt hast und lobe dich dafür“ (aber nur, wenn Sie es auch merken – andernfalls würde Ihr Kind spüren, dass Sie das nicht so meinen). Geben Sie auch Sicherheit und Vertrauen, sagen Sie Sachen wie „Ich bin für dich da“, „Ich sorge für dich“ und „Ich gebe dir Schutz, ich kümmere mich um dich, wenn du Hilfe brauchst“.
Und noch etwas: Sorgen Sie auch dafür, dass Sie gemeinsam Spaß haben, denn Lachen ist gesund! Beim Lachen werden Glückshormone ausgeschüttet und das kann vor allem in stressigen Situationen sehr gut tun.
Also dann – starten Sie mit Ihrem Nachwuchs optimistisch und bewegt in das neue Kindergarten- und Schuljahr!

Start in ein gesundes Kindergarten- und Schuljahr

Die Initiative »Tut gut!« unterstützt Kinder, Jugendliche, Familien sowie Kindergärten und Schulen auch heuer wieder mit einer Kampagne zum Beginn des neuen Kindergarten- und Schuljahres. Das Schwerpunktthema für dieses Schuljahr lautet „Was Jugendliche bewegt“. Ziel ist, Kinder und Jugendliche für das Thema Bewegung zu sensibilisieren.
Die Initiative »Tut gut!« gibt dabei Tipps und Anregungen für Eltern, Großeltern, Kinder und Jugendliche, aber auch für Schulen und Kindergärten zu den Themen Ernährung, Bewegung und psychosoziale Gesundheit.
Und das gibt es für Sie auf www.noetutgut.at:

  • Schülerkalender mit Infos aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, psychosoziale Gesundheit
  • Stundenplan
  • Infos und Tipps in den Bereichen Ernährung, Bewegung, psychosoziale Gesundheit
  • Gewinnspiel für Kinder und Jugendliche zum Thema „Bewegung“ mit tollen Bewegungspreisen