Los geht's! Jeder Schritt tut gut – und gehen Sie bitte weiter!
Mehr Alltagsbewegung – darauf kommt es an, wenn man gesund bleiben will. Der offizielle Startschuss für die Kampagne der Initiative „Gesundes Niederösterreich: Tut gut!“ brachte viele Erkenntnisse, jede Menge Wissen – und Spaß.
Nur 3.000 Schritte geht der Durchschnittsösterreicher täglich. Viel zu wenig, um das für unsere Gesundheit notwendige Maß an Bewegung abzudecken. Mehr als dreimal so viel, 10.000 Schritte, sind dazu nötig, das belegen internationale Studien. Mit der Kampagne „Los geht’s! Jeder Schritt tut gut!“ möchte die Initiative „Gesundes Niederösterreich: Tut gut!“ zu mehr Bewegung im Alltag anregen. Und deshalb zeigte sogar der stellvertretende Landeshauptmann, dass ihm Bewegung wichtig ist – trotz randvollem Terminplan und oft stressigen Arbeitstagen: Mag. Wolfgang Sobotka hat seinen Schrittzähler immer bei sich: „Jeder Schritt zählt dabei – für Ihr Wohlbefinden und Ihre Gesundheit. Probieren Sie es aus.“ Wie kommt er selbst auf die nötige Zahl an Schritten? Er lässt keine Stiege aus. Und wenn er abends noch recht weit von seinem Tagesziel entfernt ist, hat der passionierte Gärtner einen guten Trick parat: „Eine halbe Stunde garteln zählt für 3.000 Schritte.“
Mit dem Schrittzähler durch den Alltag
Rund acht Kilometer oder mehr als 1,5 Stunden Alltagsbewegung sind notwendig, um auf die 10.000 Schritte zu kommen. Klingt auf den ersten Blick und vielleicht sogar auf den zweiten nach sehr viel Zeit und auch einer ganz schön langen Strecke – doch viele kleine Tipps und so manches Umdenken lassen das Ziel in greifbare Nähe rücken. Zuerst gilt es, den Ist-Zustand zu erheben. Als Unterstützung ist hier ein Schrittzähler eine sehr gute Hilfe. Mit ihm ermittelt man über die Spanne von zehn Tagen die gegangenen Schritte und notiert diese in einem Schritte-Tagebuch. Gerade Menschen in einem sitzenden Beruf werden feststellen, dass ihre Werte eher in der Nähe der 3.000-Marke als im Zielbereich liegen. Hier gilt es nun aktiv zu werden. Der größte Erfolg stellt sich ein, wenn man die Schrittleistung langsam steigert: Im ersten Monat auf 4.000, danach vielleicht schon auf 4.500 oder 5.000. Jeder sollte hier seinen eigenen Rhythmus finden. Wichtig ist aber eines: Dabeibleiben!
Die Quotenbringer und Tricks
Neben dem Gehen gibt es natürlich noch zahlreiche andere Tätigkeiten, die sich positiv auf die Bilanz der Alltagsbewegung auswirken. Der Hobby-Gärtner kann es ebenso wie der Tennisspieler in einer halben Stunde auf ein Plus von 3.000 Schritten bringen, bei einer Stunde Radeln werden rund 5.000 Schritte erreicht. Aber ein großer Anteil an den nötigen Schritten kann so ganz nebenbei geschafft werden: Statt den Lift zu wählen, die Treppe benützen. Mit dem Auto nicht mehrere Runden drehen, um einen Parkplatz gleich vor dem Geschäft zu bekommen, sondern die zusätzlichen Schritte statt als Ärger als Chance sehen.
Oder aber im Büro statt jedes Mal zum Telefon zu greifen, einfach den Kollegen persönlich aufzusuchen, und wenn Telefonieren nötig ist, dann im Gehen erledigen. „Sind dann die 10.000 Schritte erreicht, kann man neue Ziele fassen. Zwei- bis dreimal pro Woche bewusst 16.000 Schritte und ein- bis zweimal in der Woche Krafttraining“, erklärt Mag. Alexandra Fuchs von der Initiative „Gesundes Niederösterreich: Tut gut!“. Zwei Gruppen nennt Fuchs, die meist die gewünschte Schrittzahl erreichen: Eltern mit Kinderwagen und Hundebesitzer.
Bewegungsarme Landbewohner
Fragt man, wer bewegt sich mehr, Städter oder Landbewohner, dann würden wohl die meisten antworten: „Natürlich die auf dem Land!“ Studien belegen jedoch, dass das Gegenteil der Fall ist. Die Städter benützen öffentliche Verkehrsmittel und legen so immer wieder Zwischenwege zu Fuß zurück. Auf dem Land ist das Auto aber Verkehrsmittel Nummer eins. Erst einmal vor der eigenen Haustüre eingestiegen, bringt es die Insassen bis zur nächsten Türe – und das von Klein auf: Die Kinder werden zu Kindergarten und Schule gebracht und oft auch wieder abgeholt. Viel an gemeinsamem Erleben geht dadurch für die Kinder verloren, weiß Mag. Manfred Bürstmayr von „die umweltberatung“: „Viele Eltern haben so schöne Erinnerungen an ihren Schulweg – die Jahreszeiten, der Spaß mit den Freunden und vieles mehr. Früher hatte ein Kind einen Aktionsradius von 5 Kilometern, heute sind es nur mehr 500 Meter!“
Kinder und Jugendliche motivieren
Bürstmayr appelliert an die Eltern, für ihre Kinder Vorbild in Sachen Gehen zu sein. Denn eine aktuelle Studie aus Niederösterreich (GESUND+LEBEN 02/2011) belegt einen dramatischen Bewegungsmangel unserer Kinder und Jugendlichen, insbesondere der Mädchen: Nur 40 Prozent der Mädchen unter 14 Jahren bewegen sich, danach sinkt diese Zahl sogar auf unter 15 Prozent ab. Bei Burschen sind es zu Beginn 60 Prozent, dann geht es auf 34 Prozent zurück. Hier sind die Eltern gefordert, um zu verhindern, dass eine Generation heranwächst, für die Bewegung ein Fremdwort ist.
Schon heute bewegen sich 58 Prozent der erwachsenen Niederösterreicher laut einer aktuellen Studie zu wenig. 18 Prozent bezeichnen sich als sportlich gänzlich inaktiv. „Wir müssen umdenken und jeden Schritt, den wir tun, als Chance für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sehen!“, bringt es Landeshauptmann-Stellvertreter Wolfgang Sobotka auf den Punkt.
Einfach losgehen
Die Sorge, etwas falsch zu machen, ist dabei unbegründet. „Falsches Gehen gibt es nicht. Jeder gemachte Schritt ist positiv“, erklärt Sportmediziner Dr. Gunther Leeb vom SportMedCenter. Die Zusammenhänge zwischen Bewegungsmangel und Krankheiten sind durch Studien belegt, etwa bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose oder Diabetes. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache: 52,3 Prozent der Niederösterreicher und 40,4 Prozent der Niederösterreicherinnen sind davon betroffen. Die höchste Lebenserwartung ist zu erreichen, wenn man sich an die täglichen 10.000 Schritte hält. Hier kann man selbst aktiv werden, selbst etwas zu seiner Gesundheit beizutragen. Quasi einen Grundstein für mehr Lebensqualität zu legen. Mit einem sehr einfachen und kostengünstigen Mittel: Losgehen!
1 Million Schritte durch Eis und Schnee
Bei der Startveranstaltung „Los geht’s! Jeder Schritt tut gut!“ in Mautern erzählte ein Mann von seinen Erfahrungen beim Gehen, der im vergangenen Winter rund 1.000.000 Schritte in einer sehr ungastlichen Gegend bei einer Durchschnittstemperatur von Minus 30 Grad machte: Ö3-Mikromann Tom Walek, Teilnehmer beim „Wettlauf zum Südpol“. Gemeinsam mit Schilegende Hermann Maier, Soldatin Sabrina Grillitsch und Schlittenhundeführer Alex Serdjukovs kämpfte er sich im Wettkampf gegen ein deutsches Team 400 Kilometer durch das ewige Eis der Antarktis zum Südpol. Der Wahl-Niederösterreicher könnte eigentlich heuer das ganze Jahr sitzen, so viel ist er schon marschiert. „Nach zwei Tagen hat man dort bereits alles durchgedacht, was man jemals erleben wollte. Dann kommt die Leere, die Landschaft ist immer gleich, es herrscht pure Monotonie“, erzählt er, wobei ihm Hörbücher Abwechslung geboten haben. Walek, der Extremsportler, der Ironman, spürte am Südpol seine Grenzen und ging weit darüber hinaus: „Da ist 24 Stunden lang Tageslicht und man marschiert auf mehr als 3.000 Metern Seehöhe. Die Landschaft ist immer gleich, da gibt es keinen Baum, auf den man zugeht. Schlaf gab’s wenig, die letzte Nacht nur eine Stunde!“ Das Rennen hat sich für das österreichische Team ausgezahlt: 46 Stunden vor den Deutschen erreichten sie ihr Ziel. Eine unvergleichliche Erfahrung für Walek, sofort würde er wieder mitmachen: „Es war hart, viel härter als erwartet, aber es hat sich ausgezahlt! Oft sollte man gar nicht so viel nachdenken, warum man etwas macht und ob man es machen sollte. Sondern es einfach tun!“
„Einfach heute losgehen“
Und genau das ist es, was er allen Niederösterreichern mitgeben möchte: „Fangt einfach an. Geht los – heute und nicht morgen!“ Und in diesem Sinne: Warten Sie nicht auf besseres Wetter, mehr Zeit oder sonst irgendetwas, das Ihnen der innere Schweinhund als Grund einflüstert. Starten Sie noch heute für sich und Ihre Gesundheit! Nehmen Sie Ihre Kinder, Ihren Partner oder gute Freunde mit und machen Sie sich auf den Weg zu 10.000 Schritten!
Die Kampagne und die Schrittzähler
Ziel ist, dass Erwachsene – Männer wie Frauen – innerhalb von 6 Monaten mehr Alltagsbewegung machen: mit dem Rad einkaufen fahren, Gartenarbeit, die Treppe statt dem Lift wählen. Dadurch soll sich die täglich geleistete Schrittzahl schrittweise auf die notwendigen 10.000 Schritte insgesamt erhöhen. Unter www.gesundesnoe.at können Sie Ihre tägliche Schrittzahl in Ihr Online-Schrittetagebuch eintragen und somit Ihre persönliche Entwicklung beobachten.
Weiters unterstützt Sie die Initiative „Gesundes Niederösterreich: Tut gut!“ mit zahlreichen Tipps & Tricks und einer kostenlosen Informations-Broschüre (mit Informationen zum Thema, Tipps und einem Schrittetagebuch in Papierform). Wenn Sie Interesse haben, einen Schrittzähler vergünstigt zu erwerben, dann schauen Sie unter www.gesundesnoe.at. Sie können online die Gutscheine der Kooperationspartner herunterladen.
„LOS GEHT’S“-TOUR KOMMT in die Gemeinden
In zehn Gemeinden bietet die Initiative „Gesundes NÖ: Tut gut!“ im Mai und Juni gemeinsam mit der jeweiligen „Gesunden Gemeinde“ und dem UNIQA Vitaltruck einen Gesundheitstag an. Im UNIQA Vitaltruck können pro Tag bis zu 80 Personen ihr Fitness-Profil erstellen lassen: Ruhe-EKG und Stressmessung sowie Ergometer ermöglichen einen guten Überblick über die Gesundheit – der Körperfett-Anteil kann ebenso bestimmt werden wie die Koordinationsfähigkeit, Beweglichkeit etc. Bewegung und Spaß sollen nicht zu kurz kommen – ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm wird geboten. Die Initiative „Gesundes NÖ: Tut gut!“ bietet einen Info-Stand, informiert über die Kampagne „Los geht’s! Jeder Schritt tut gut!“ und hält
Testschrittzähler bereit. Die Termine, jeweils 10:00–17:00 Uhr
Baden 05.06.2011 02252/86800-420
Berndorf 04.06.2011 02672/82253
Horn 27.05.2011 02982/2656
Krems 06.05.2011 02732/801-0
Langenlois 21.05.2011 02734/2101
Scheibbs 14.05.2011 07482/42511
Wilhelmsburg 07.05.2011 02746/2315-0
Wolkersdorf 22.05.2011 02245/2401-0
Ybbsitz 15.05.2011 07443/86601
Zwettl 28.05.2011 02822/503-0
Los geht’s! So starten Sie durch!
Ein wichtiges Hilfsmittel ist ein Schrittzähler. Er unterstützt einerseits dabei, die eigene Leistung zu objektivieren, andererseits ist er ein nicht zu unterschätzender Motivator. Er wird am Gürtel oder Hosenbund getragen und misst die persönlichen Schritte. Nun ermitteln Sie über zehn Tage Ihr derzeitiges Bewegungsverhalten. Zur Dokumentation ist hier ein Schritte-Tagebuch zu empfehlen.
Auf www.gesundesnoe.at kann man dieses downloaden, sich registrieren und seine Daten online verwalten. Bei diesem Modell kann man sich ein virtuelles Ziel setzen. Etwa die Distanz vom Heimatort bis zu einem Urlaubsort oder eine Wallfahrtsstrecke. Mit dem Eingeben der gegangenen Strecken kommt man dann seinem virtuellen Ziel täglich ein wenig näher. Auch das Setzen von Meilensteinen, also Zielen, ist hier möglich, ebenso kann man ein virtuelles Rennen mit Freunden starten. Im Schritte-Tagebuch findet sich auch Platz für die Zusatzaktivitäten (Gärtnern, Radfahren etc.), die zum Erreichen der täglichen 10.000 Schritte addiert werden dürfen.
Wichtig ist es, sich langsam zu steigern und sich nicht mit falschem Ehrgeiz zu überfordern. Starten Sie etwa bei rund 3.000 Schritten, dann versuchen Sie im kommenden Monat auf 4.000 Schritte zu kommen.
Langfristige Veränderung statt kurzfristiger Leistung
Daher ist es besser, das Zwischenziel etwas geringer zu stecken, aber dabei zu bleiben. Überlegen Sie immer, wie Sie mehr Bewegung in Ihr Alltagsleben einbringen können. Welche Strecken ließen sich auch zu Fuß bewältigen? Statt dem Lift die Stiegen benützen, die Kinder zu Fuß von der Schule abholen oder aber nicht direkt mit dem Auto vor dem Geschäft parken.
TIPP: Haben Sie ein Zwischenziel erreicht, dann belohnen Sie sich auch dafür. Tun Sie sich etwas Gutes, etwa einen Familienausflug, neue Wanderschuhe oder ein schönes Buch. Egal, was Sie anspricht, motivieren Sie sich so gut wie möglich selbst, um weiterzumachen. Und stecken Sie Freunde und Familie an – gemeinsam macht es gleich noch mehr Spaß!





