Kurztrip ins Klinikum
Immer mehr Eingriffe kann man tagesklinisch machen lassen. Niederösterreich ist hier Vorreiter. Die Patienten sind mit dieser schnellen Behandlung sehr zufrieden.

Dr. Markus Klamminger, Leiter Medizinische Betriebsunterstützung und stv. Medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding


Morgens ins Klinikum, am Abend ist man wieder zu Hause und alles ist erledigt. Ja, das geht, und zwar bei immer mehr Eingriffen, etwa der Operation des Grauen Stars oder kleinerer Operationen an der Hand oder dem Knie. Aber auch kleinere gynäkologische oder urologische Operationen lassen sich tagesklinisch erledigen – und die Patientinnen und Patienten nehmen das wachsende Angebot in den NÖ Kliniken
gerne an. Und: Niederösterreich liegt im Vergleich mit den anderen Bundesländern weit vorne, wenn es darum geht, tagesklinisch mögliche Eingriffe auch tagesklinisch anzubieten.
Dr. Markus Klamminger, stellvertretender Medizinischer Geschäftsführer der NÖ Landeskliniken-Holding: „Durch neue Operationstechniken können wir immer mehr Eingriffe tagesklinisch anbieten. Wir tun das, weil die Patienten das gerne wollen.“
Nur mit Begleitung nach Hause
Ein weiterer Vorteil ist, dass damit Kosten sinken. Doch das sei nicht die Motivation für das wachsende Angebot an tagesklinischen Behandlungen, betont Klamminger: „Wenn Patienten sich sicherer fühlen, wenn sie danach bei uns übernachten können, ist es für unsere Kliniken kein Thema, sie aufzunehmen. Wir wollen ihnen Sicherheit geben. Doch die meisten möchten gern ins vertraute Umfeld zu Hause.“ Jeder Patient bekommt genaue Anweisungen, was bei Schmerzen oder Unsicherheiten zu tun und wer zu kontaktieren ist. Und, besonders wichtig: Niemand darf nach einem Eingriff alleine nach Hause fahren, jeder Patient muss abgeholt und heimgebracht werden.
Die Befragung
Die NÖ Landeskliniken-Holding – der größte Klinik-Betreiber Österreichs – erhebt laufend und seit vielen Jahren, wie zufrieden die Patienten sind. Nun liegt die Befragung zu den Tageskliniken vor.
Sie zeigt, dass die Patienten gern tagesklinisch versorgt werden, sich dabei wohl und sicher fühlen und die Möglichkeit eines tagesklinischen Eingriffs sowohl weiterempfehlen als auch selbst wieder nutzen würden.
In einigen Kliniken in NÖ gibt es eigene Tageskliniken, etwa die Augen-Tagesklinik in Horn oder die allgemeine Tagesklinik in Stockerau. Ein Ziel der Befragung war es zu sehen, wie zufrieden Patienten mit Behandlungen in Tageskliniken im Vergleich mit tagesklinischen Eingriffen im normalen Stationsbetrieb sind.
Weiters ging es um das Prozedere vor dem tagesklinischen Eingriff sowie um die Organisation am Tag des Eingriffs und darum, wie es den Patienten danach zu Hause geht.
Für die Befragung entwickelte die NÖ Landeskliniken-Holding gemeinsam mit den Kliniken einen zweigeteilten Fragebogen:
- stationärer Teil (ausfüllen und abgeben im Klinikum bei der Entlassung)
- poststationärer Teil (zu Hause ausfüllen und per Post retourniert)
Enormer Rücklauf
43 Abteilungen der NÖ Kliniken beteiligten sich an der Befragung. 9.070 Fragebögen wurden verteilt. Drei von fünf Patienten (58,4 %) füllten den ersten Teil des Fragebogens im Klinikum aus. Von diesen 5.300 Patienten schickten rund zwei Drittel auch den zweiten Teil des Fragebogens, den sie zu Hause ausfüllen sollten, zurück (36,5 % Rücklauf der insgesamt ausgeteilten Bögen, 3.300 Exemplare).
Die Ergebnisse
- Das Durchschnittsalter der Patienten ist bei den tagesklinischen Augen-Eingriffen (72,8 Jahre) wesentlich höher als bei den Eingriffen in anderen Abteilungen (48,2 Jahre).
- Die besten Werte in Sachen Zufriedenheit mit der Terminabstimmung bei der Voruntersuchung und am OP-Tag verzeichnen die Interdisziplinäre Tagesklinik Hainburg (fast 99 von 100 Punkten), jene in Waidhofen/Ybbs und die Chirurgie in Gmünd (98 von 100 Punkten). Der Durchschnitt lag bei 94 Punkten.
- Die Patientenbefragung zeigt: Vieles funktioniert bei tagesklinischen Eingriffen schon gut; bei den Wartezeiten und den Abläufen ist mancherorts noch Spielraum nach oben.




