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Kalt erwischt

Wenn es draußen trübnass und kalt wird, haben Schnupfen, Husten und Heiserkeit wieder Saison. Doch man kann ihnen ein Schnippchen schlagen. GESUND+LEBEN verrät Ihnen die besten Tipps zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältung und „echter“ Grippe.


FOTO: fotolia

Trübgraues Nieselwetter, ein bleierner Himmel, kahle schwarze Äste und Kälte, die in die Knochen kriecht: In den Öffis und Büros wird schon allerorts gehustet und geniest. Jetzt haben Viren leichtes Spiel, und hat man sich erst einmal welche eingefangen, beginnt für rund eine Woche das, was 90
Prozent aller Österreicher mindestens einmal im Jahr erleben: erst das vielsagende Kratzen im Hals, der Niesreiz und die Abgeschlagenheit, dann der ganz große Schnupfen, der Husten und schließlich noch Halsschmerzen und Heiserkeit. Kopfschmerzen, erhöhte Temperatur oder sogar Fieber komplettieren das Erscheinungsbild einer klassischen Erkältungskrankheit. „Eine Erkältung ist lästig und unangenehm, aber es handelt sich dabei in der Regel um eine harmlose Viruserkrankung, die nach ein paar Tagen von selbst abklingt“, erklärt der Allgemeinmediziner Dr. Max Wudy aus Weissenbach in der Nähe von Berndorf.

Erkältung oder Grippe?

Ganz im Gegensatz dazu die „echte“ Grippe (Influenza). Auch sie wird zwar über eine Tröpfcheninfektion durch Husten, Niesen etc. übertragen, aber das Influenza-Virus wird in die Lunge eingeatmet, setzt sich dort fest, vermehrt sich und führt zu einer
akuten Infektion des Atemtraktes. Je nach Virenstamm kann die echte Grippe lebensgefährliches Fieber verursachen. „Den Unterschied zwischen Erkältung und Grippe merkt der Betroffene meist recht leicht: Denn während man bei der Erkältung nur leichtere Schnupfen-, Husten- und Heiserkeitssymptome, erhöhte Temperatur und etwas Abgeschlagenheit empfindet, so ist die Influenza eine schwere Erkrankung, bei der man relativ schnell Schüttelfrost, hohes Fieber, trockenen quälenden Husten und ein echtes Krankheitsgefühl entwickelt. Dabei fühlt man sich wirklich erledigt“, erklärt Max Wudy. Die Grippewelle dauert in der Regel acht bis zwölf Wochen, weltweit erkranken jährlich zwischen zehn und 15 Prozent der Bevölkerung daran.

Vorbeugen ist besser ...

Doch sowohl gegen lästige Erkältungen als auch gegen die Grippe lässt sich etwas tun, und vorbeugen heißt da die oberste Devise. Was Erkältungen betrifft, so ist man gut beraten, zunächst einmal sein Immunsystem auf Vordermann zu bringen. Manche Expertinnen und Experten empfehlen regelmäßige Bewegung an der frischen Luft – allerdings mit passender Bekleidung –,
weiters Sauna, Wechselduschen, Wassertreten und Trockenbürsten. Nächster heißer Tipp: eine saisonangepasste Ernährung – ausgewogen und vitaminreich, dazu mindestens eineinhalb bis zwei Liter Flüssigkeit pro Tag. Außerdem empfohlen: Ausreichend Schlaf in nicht zu warmen Räumen und immer wieder Frischluftzufuhr untertags – die Atemwege sollen in den beheizten Räumen nicht austrocknen.

... als Heilen

Hat man trotz allem aber eine Erkältung erwischt, ist „Leisetreten“ angesagt. „Schonung und viel Flüssigkeitszufuhr, die auch den Flüssigkeitsverlust, der sich durch das Schwitzen ergibt, ausgleicht, sind jetzt am wichtigsten“, sagt der Allgemeinmediziner Wudy, und: „Zusätzlich kann man aus der reichen Palette der Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten das auswählen, was einem am besten tut.“
Bettruhe, viel Schlaf und Flüssigkeit in Form von Tees sollten Sie jetzt zum Programm machen. Außerdem: Körperliche Anstrengung und Alkohol meiden, sich ausgewogen ernähren und nicht rauchen, denn der Rauch reizt die Schleimhäute der Atemwege zusätzlich. Eine Erkältungskrankheit lässt sich so meist gut durchstehen, nur in den seltensten Fällen muss sie mit Antibiotika behandelt werden, und hier muss naturgemäß der Arzt die Entscheidungen treffen.

Influenza: Lassen Sie sich impfen!

Was die Influenza betrifft, so ist sie eine „absolut vermeidbare Erkrankung“, denn: „Wir verfügen über hochwirksame Impfstoffe, die außer einer etwaigen kleinen Rötung an der Impfstelle und einer möglicherweise für etwa einen Tag erhöhten Temperatur keine Nebenwirkungen haben und hervorragend wirken“, so der Allgemeinmediziner, der dringend zur Grippeimpfung rät. Tun sollte man das idealerweise Anfang Oktober, jedenfalls aber vor Ausbruch der jährlich wiederkehrenden Grippewelle, die ihren Höhepunkt häufig zwischen Dezember und Februar hat. „Man kann sich auch noch impfen lassen, wenn die Grippewelle schon da ist, doch wenn man bereits hohes Fieber hat, ist es dafür zu spät“, sagt Wudy, und: „Die Impfempfehlung des Obersten Sanitätsrats geht im Prinzip an alle Österreicherinnen und Österreicher. Lediglich bei Personen mit bestimmten schweren Erkrankungen und bei Babys, die unter ein Jahr alt sind, muss der Arzt abwägen und jeweils im Einzelfall entscheiden.“

So kommen Sie gut durch den Winter!

Sorgen Sie auch für ein ausgewogenes Lifestyle­programm zum Schutz vor lästigen Erkältungen. Außer den oben beschriebenen immunsystem­stärkenden Maßnahmen können Sie noch einiges zur Vorbeugung von Husten, Schnupfen und Co tun: So empfiehlt etwa die Komplementärmedizin in Sachen Ernährung wärmende Produkte wie länger gekochte Suppen und Eintöpfe sowie bestimmte Gewürze, die sowohl wärmend als auch antibakteriell, antibiotisch und das Immunsystem aktivierend wirken. Dazu zählen beispielsweise Ingwer, Zimt, Kardamom, Gewürznelken, Anis und Knoblauch.
Und noch etwas: Gehen Sie nach Möglichkeit übermäßigem Stress aus dem Weg, legen Sie immer wieder kleine Erholungspausen bei der Arbeit ein und sorgen Sie für regelmäßige Entspannungsphasen. So kommen Sie gut durch den Winter!

Die besten Hausmittel gegen Erkältungen 

  • Bettruhe, viel Schlaf und viel Flüssigkeit – am besten Tees aus Lindenblüten, Hollerblüten oder Hagebuttenschalen und Fruchtsäfte. Außerdem sollte man körperliche Anstrengung und Alkohol meiden, sich ausgewogen ernähren und nicht rauchen, denn der Rauch reizt die Schleimhäute der Atemwege zusätzlich.
  • Pflanzliche Hustensäfte mit den Wirkstoffen Efeu, Thymian und Spitzwegerich wirken gut, und Lutschtabletten halten die Atemwege feucht. Bewährt sind zudem Hustenbalsame, mit denen man Brust und Rücken eincremt. Sie enthalten ätherische Öle wie Eukalyptus, Thymian, Pfefferminze oder Latschenkiefer, wirken antibakteriell und krampflösend und erleichtern die Atmung. Gegen Halsschmerzen und Heiserkeit hilft etwa Salbei zum Gurgeln.
  • Weitere bewährte Hausmittel sind Inhalationen mit physiologischer Kochsalzlösung oder Kamillentee. Sie befeuchten die Atemwege und erleichtern das Atmen. Sehr empfehlenswert sind auch Ölbäder, die man allerdings nicht bei Fieber anwenden sollte. Befreiend auf die Atemwege wirken Bäder mit ätherischen Ölen – entspannende Effekte erzielt man vor allem mit den Wirkstoffen Eukalyptus, Latschenkiefer, Fichtennadel und Edeltanne. Nimmt man zusätzlich noch ausreichend Vitamin C zu sich, tut man sich sicher etwas Gutes.