Gesunde Projekte vor der Haustür
»Gesunde Gemeinden« bieten ihren Bürgerinnen und Bürgern an, was diese zum Wohlfühlen und Gesundbleiben brauchen. Ein sehr buntes Angebot – genauso unterschiedlich, wie eben jede Gemeinde unterschiedlich ist.
Gesund leben kann man am besten, wenn man passende Angebote genau vor der Haustür findet. »Gesunde Gemeinden« unterstützen ihre Bürgerinnen und Bürger dabei. Fast 350 Gemeinden – mehr als die Hälfte der Gemeinden in Niederösterreich – sind bereits »Gesunde Gemeinde«: Sie erarbeiten mit Unterstützung von Beraterinnen und Beratern der Initiative »Tut gut!« maßgeschneiderte Gesundheitsangebote und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Sie helfen, dass Menschen ihren Lebensstil ändern und sich mehr bewegen, gesünder ernähren und zu Vorsorge-Untersuchungen gehen. Die Werkzeuge dazu sind vielfältig und werden durch qualitätsgesicherte Angebote von der Initiative »Tut gut!« kräftig unterstützt. Von Kochkursen über verschiedene Vorträge reicht das Spektrum, vom Wirbelsäulengymnastik-Kurs bis zum Walking-Treff, von gemeinsamen Wanderungen bis zu Gesundheitstagen.
»Gesunde Gemeinde« Schweiggers
Eine der aktiven »Gesunden Gemeinden« ist Schweiggers im Waldviertel. Hier stand im Jahr 2012 vieles am Programm: Angefangen bei spannenden Vorträgen zum Thema Bewegung, Kindernotfälle, Rheuma, Qigong und vielen anderen über Kurse zur Wirbelsäulengymnastik bis zu gemeinsamen Wanderungen und der Eröffnung des »tut gut«-Schrittewegs. Dass die Bewohnerinnen und Bewohner derart abwechslungsreiche Angebote zur Auswahl hatten, verdanken sie vielen engagierten Personen in der Gemeinde. Koordiniert werden die Aktivitäten von Monika Schneider, der Arbeitskreisleiterin der »Gesunden Gemeinde« Schweiggers. Seit zwölf Jahren nimmt die Ortschaft bereits am Programm »Gesunde Gemeinde« teil, Monika Schneider ist von Beginn an dabei – und immer noch mit Feuereifer bei der Sache. Denn es ist ihr ein inneres Anliegen, Menschen auf dem Weg in ein gesünderes Leben zu unterstützen – als Arztassistentin kennt sie viele Wehwehchen und Krankheiten nur zu gut, die man mit einem gesünderen Lebensstil hätte verhindern können. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis plant und organisiert sie regelmäßig Aktivitäten im Bereich Gesundheitsvorsorge, etwa Kurse, Workshops und Gesundheitstage. „Immer optimal aufbereitet und gut im Alltag umsetzbar“, betont sie. Und auch mit verschiedenen Vereinen wird zusammengearbeitet, um maßgeschneiderte Angebote für die Bevölkerung zu entwerfen, z. B. mit Sportvereinen oder sozialen Einrichtungen.
»Gesunde Gemeinde« Scheibbs
Die Stadtgemeinde Scheibbs ist seit fünf Jahren eine »Gesunde Gemeinde«. Viel ist geschehen seither. Die Arbeitskreisleiterin Mag. Ingrid Hödl ist stolz darauf, dass die gesunden Angebote derart großen Anklang finden. So kamen etwa zu einem Vortrag über Burnout über 100 Personen. Weiters stand 2012 am Programm: die Eröffnung des »tut gut«-Schritteweges mit einer Wanderung, Veranstaltungen und Kurse zu verschiedenen Gesundheitsthemen, Diabetikerstammtisch und Gedächtnistraining im Landespflegeheim. Beliebt sind die Wurliwux-Naturnachmittage für Kinder, an denen die Kleinen im Wald die Natur erleben können und nebenbei allerlei Nützliches lernen. Auch auf Trends reagiert der Arbeitskreis: So wurde im Sommer im Freibad etwa Aqua-Zumba angeboten, die Teilnehmenden waren begeistert, die Gruppe wuchs von Mal zu Mal. Beim Entwerfen maßgeschneiderter Angebote kann jede und jeder mitmachen, zu den regelmäßigen Arbeitskreisen sind alle Scheibbserinnen und Scheibbser eingeladen, betont Hödl: „In der Gemeinschaft entstehen mehr Ideen, wir können noch mehr Projekte umsetzen und mehr für unser aller Gesundheit tun.“
»Gesunde Gemeinde« Wartmannstetten
Spannende Gesundheitsangebote bietet auch die »Gesunde Gemeinde« Wartmannstetten im Bezirk Neunkirchen. Arbeitskreisleiterin Martha Zintl ist stolz drauf: „Das Angebot ist sehr breit gefächert in meiner Heimatgemeinde, und es gibt sehr viele engagierte Menschen. Das motiviert und macht viel aus.“ Wartmannstetten ist eine relativ junge »Gesunde Gemeinde«, erst seit eineinhalb Jahren im Programm. Die Gemeinderätin und pensionierte Lehrerin Zintl freut sich, dass in dieser Zeit schon vieles umgesetzt wurde, vor allem im Bewegungssektor: etwa eine Zumba-Tanzgruppe für kleinere und größere Kinder, Rückenturnen, ein Tanzkurs für Anfänger und leicht Fortgeschrittene, wöchentliche Wanderrunden, Nordic-Walking-Treff und vieles mehr. Auch Kochen stand am Programm: Zwei Kochkurse zur gesunden 15-Minuten-Küche machten Gusto auf selbst gekochte Speisen – genauso schnell zubereitet wie ein Fertiggericht, aber viel gesünder und nahrhafter. Hervorheben möchte Martha Zintl das Projekt, in dem Kinder Weihnachtskekse gebacken und an Senioren verschenkt haben: „Das war ein toller Erfolg und überall sah man leuchtende Augen.“ Ein Highlight 2012 war der Gesundheitstag, an dem es Infos rund ums Gesundbleiben gab.
»Gesunde Gemeinde« Ardagger
Viel los war 2012 auch in Ardagger. Der 3.500-Seelen-Ort ist bereits seit zehn Jahren eine »Gesunde Gemeinde« und bietet ganzjährig tolle und spannende Angebote für Jung und Alt an, egal ob Kinderkonzert, Vorträge oder Kurse zu Pilates, Skifahren oder Schwimmen. Durch die Mitarbeit vieler freiwilliger und engagierter Menschen ist Ardagger eine dynamische und lebendige Gemeinde. Das Engagement reicht auch in den sozialen Bereich. So dient der Reinerlös von verschiedenen »Gesunde Gemeinde«-Veranstaltungen alljährlich sozialen Zwecken, z. B. für Belaruskinder, bedürftige Familien, Einladung der Kinder zum Abschlussessen beim Kindergarten-Skikurs und vieles mehr. Michaela Salzmann-Naderer leitet den Arbeitskreis, der immer versucht, auf den Bedarf der Menschen zu reagieren. Gut besucht ist beispielsweise der jährliche Umtauschbasar für Kindersachen – Gewand, Spielzeug, Ski und vieles mehr gibt es hier zu tauschen. Eine von vielen tollen Ideen der »Gesunde Gemeinde« Ardagger.
Geld für gesunde Aktivitäten
»Gesunde Gemeinden« stellen ihren Bewohnerinnen und Bewohnern also vielfältige Angebote zur Verfügung, die sich nach dem Bedarf in der Gemeinde richten. Um eine »Gesunde Gemeinde« zu werden, sind engagierte Menschen nötig: Ein Arbeitskreis bildet sich, Bürgermeister und Gemeinderäte müssen die Beteiligung am Projekt beschließen und stellen im Idealfall ein jährliches Budget von 40 Cent bis einen Euro pro Einwohner zur Verfügung. Dieses Geld dient der Unterstützung diverser Projekte und Veranstaltungen und bleibt zur Gänze in der Gemeinde.
Wer dranbleibt, kann aber auch Unterstützung lukrieren: Die Initiative »Tut gut!« unterstützt Aktivitäten, die definierte Qualitätskriterien erfüllen, mit bis zu 40 Prozent der Kosten. Circa 60 Prozent der Gemeinden nutzen derzeit das Angebot dieser finanziellen Unterstützung. „Zu unseren Aufgaben zählt die finanzielle Unterstützung von gesundheitsfördernden Aktivitäten, ob Vorträge oder Workshops. Die »Gesunden Gemeinden« können ruhig noch um Unterstützung ansuchen“, erklärt Marion Rapf. Sie ist bei der Initiative »Tut gut!« für die Abwicklung der Förderungen zuständig.
Service und Nutzen für die Gemeinden
Der Erfolg der »Gesunden Gemeinde« ist dann garantiert, wenn sich viele ihrer Bürger tatkräftig und mit ihren eigenen Ideen und Wünschen engagieren.
Es steckt einiges an Arbeit und Gehirnschmalz dahinter: Im Jahr 2012 fanden weit über 500 Arbeitskreise in den »Gesunden Gemeinden« statt – tatkräftig unterstützt von 15 sehr engagierten Regionalberaterinnen und -beratern, die den Gemeinden von der Initiative »Tut gut!« zur Seite gestellt werden. Diese arbeiten in den Arbeitskreisen in den Gemeinden mit und helfen beim Planen und Umsetzen von gesunden Angeboten. Wichtigstes Ziel des Arbeitskreises in der Gemeinde ist, das Bewusstsein und die Verantwortung der Bewohner für die eigene Gesundheit und die der gesamten Familie zu erhöhen.
Rosi Froschauer, bei der Initiative »Tut gut!« für den organisatorischen Ablauf des Programms »Gesunde Gemeinde« und das Team der Regionalberater zuständig: „Da dieses Ziel nicht in kurzer Zeit erreichbar ist, haben wir das Konzept für dieses Programm langfristig angelegt. Die Gemeinden werden laufend durch unsere Regionalberater unterstützt. Diese Leistung ist unser kostenloser Service für die Gemeinden.“
Maßgeschneiderte Angebote
Ein Service, der sich lohnt. Denn Gesundheitsförderung und Prävention stehen ganz oben auf der Liste der wichtigsten Schritte für mehr Lebensqualität. Dr. Edith Bulant-Wodak, Leiterin der Initiative »Tut gut!«, betont die Wichtigkeit des Programms »Gesunde Gemeinde«: „Es beeindruckt mich, das Engagement und die Kreativität der Menschen zu erleben und zu sehen, wie wichtig die passenden Angebote in den Gemeinden sind. Und es ist einfach fein, wenn es Angebote für alle Altersgruppen gibt – dann steigt die Zahl der Nutznießer, und es entstehen viele, viele Stunden, die Menschen in gesundheitsfördernden Programmen genießen können.“ Und das direkt vor der Haustür, maßgeschneidert auf die jeweiligen Bedürfnisse der Einwohnerinnen und Einwohner – vom Waldviertel bis in die Bucklige Welt.
Wie wird man »Gesunde Gemeinde«?
Nach dem Erstkontakt einer interessierten Person aus der Gemeinde mit der Initiative »Tut gut!« müssen folgende Voraussetzungen gegeben sein:
+ Ein positiver Gemeinderatsbeschluss (das heißt, der Bürgermeister und Gemeinderat sowie Gemeindearzt sichern ihre Unterstützung zu)
+ Ein Rahmenbudget von 0,40 bis 1,– Euro pro Einwohner und Jahr, das von der jeweiligen Gemeinde zur Verfügung gestellt wird (das Geld bleibt in der Gemeinde).
Daraufhin ist die Bewerbung bei der Initiative »Tut gut!« möglich. Nach der Zusage durch die Initiative »Tut gut!« wird der Arbeitskreis in der Gemeinde gegründet. In diesem kann jede Bewohnerin und jeder Bewohner, der sich für Gesundheitsthemen interessiert, mitarbeiten und sich persönlich einbringen. Jeder Gemeinde wird eine Regionalberaterin, ein Regionalberater zur Seite gestellt, der beim Entwerfen maßgeschneiderter Angebote zur Seite steht.
+ Informationen: Walburga Steiner, Projektleitung »Gesunde Gemeinde«,
Tel.: 02742/90610-763, walburga.steiner@noetutgut.at, www.noetutgut.at
Marion Rapf ist seit zehn Jahren in der Initiative »Tut gut!« tätig und seit April dieses Jahres Mitarbeiterin des Bereichs Gemeinde. Hier ist sie zuständig für die Abwicklung der Förderungen – sämtliche Förderanträge und Abrechnungen von Projekten und Veranstaltungen, die in den »Gesunden Gemeinden« stattfinden, werden von ihr geprüft und bearbeitet.
Rosi Froschauer ist seit 2001 in der Initiative »Tut gut!« im Bereich Gemeinde tätig und neben einem
reibungslosen organisatorischen Ablauf des Programms »Gesunde Gemeinde« auch für das Team der Regionalberater zuständig. Sie
absolviert derzeit eine berufsbegleitende Ausbildung zur Paar- und Familienberaterin und Elterntrainerin in der Schweiz.





