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Gesunde Angebote – für alle

Was Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinden an Gesundheitsangeboten brauchen, das wissen sie selbst am besten. Deshalb werden sie auch von der Initiative »Tut gut!« danach gefragt und in die Umsetzung eingebunden.


Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich. Foto: NLK REINBERGER

350 Gemeinden in Niederösterreich sind bereits »Gesunde Gemeinden«: Sie erarbeiten maß­geschneiderte Gesundheitsangebote für ihre Bürgerinnen und Bürger und leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Doch das funktioniert nur, wenn sich die Bevölkerung aktiv an der Entwicklung der jeweiligen Angebote beteiligt – daher steht in den nächsten Jahren für die Initiative »Tut gut!«, die die Gemeinden unterstützt, die Partizipation im Zentrum.

Allhartsberg: Lebensfeuer brennt

Eines der Projekte, in das die Bevölkerung von
Anfang an involviert war, hieß „Lebensfeuer“ in Allhartsberg. Das Ziel war, die Menschen zu motivieren, gerade in Umbruch-Zeiten verstärkt auf ein Miteinander zu achten. Es ging um die Entwicklung in der Gemeinde, alle konnten am Diskussionsprozess teilnehmen: Was gefällt mir in der Gemeinde? Was macht mir Sorgen?
Jeder konnte seine Anliegen loswerden, ohne Alterslimit, sagt Gottfried Übellacker, Arbeitskreisleiter der »Gesunden Gemeinde« Allhartsberg: „Teil nahmen Einwohner zwischen 20 und 75 Jahre, alle haben ihre Wünsche und Ideen eingebracht.“ Das Projekt wurde 2010 abgeschlossen, aber noch heute resultieren viele weitere Projekte aus den damals geäußerten Anregungen. Das „Lebensfeuer“ brennt noch immer ...

Warth: Spaß, Schweiß & viel Arbeit

Ein spektakuläres Projekt, bei dem die ganze
Gemeinde geholfen hat, war der Bau des weltgrößten Skateboards in Warth. Dazu aufgerufen hat ein Radiosender im Rahmen der Bürgermeisterschaft – das ist ein Wettkampf zwischen Gemeinden. „Spaß, Schweiß und viel Arbeit“, lacht Bürgermeisterin Michaela Walla: „Wir hatten 24 Stunden Zeit, die Aufgabe zu erfüllen.“ Viele der 1.500 Einwohner legten selbst Hand an, arbeiteten auf Hochdruck, um einen großen
Wagen als Skateboard für 130 Personen umzufunktionieren. Groß und Klein halfen und hatten eine Menge Spaß. Eine tolle Gemeinschaftsaktivität!

Großrußbach: Rund um Bewegung

Eines der Highlights im Jahr 2012 war in Großrußbach die Eröffnung des »tut gut«-Schrittewegs. Alle Anbieter von Bewegungsangeboten im Ort waren zum Mitmachen aufgerufen und organisierten ein Bewegungsfest. Bei Sonnenschein und toller Stimmung nutzten viele Familien dieses Angebot und testeten am neuen »tut gut«-Schritteweg verschiedene Sportarten – für jeden war etwas dabei. Organisiert hat die sportliche Gemeinde auch eine Wanderung auf dem Weinviertler Jakobsweg. Die Arbeitskreisleiterin Elfriede Pachner nennt die Partizipation der Bevölkerung als großes Anliegen: „Wir fragen laufend die Bedürfnisse der Menschen ab und organisieren entsprechende Angebote, von Yoga über Zumba bis zu Pilates und Kinderturnen.“

Neudorf bei Staatz: Kinder befragt

Ein Paradies für Kinder ist Neudorf bei Staatz. Hier sorgt sich ein Team der kreativen Köpfe, bestehend aus Müttern und Kindergartenpädagoginnen, um deren Anliegen und Ideen. Arbeitskreisleiterin Herta Zeiler, selbst Mutter von vier Kindern, erzählt: „Wir machen das schon sehr lange, treffen uns mehrmals im Jahr, um die Ideen der Kinder zu besprechen. Mittlerweile kommen von rundherum die Anliegen.“ Ein Highlight 2012 war etwa die Kinderolympiade: Hockey spielen mit dem Regenschirm oder Tischtennis mit einer Fliegenklatsche, Bauerngolf, Fußball mit Fingern und noch mehr knifflige Auf­gaben mussten die kleinen Olympioniken erfüllen.

Qualität gewährleisten

Viele tolle Beispiele für Gesundheitsförderung vor Ort. Doch damit die Qualität der Angebote gewährleistet ist, lud die Initiative »Tut gut!« im Vorjahr erstmals die Gemeinden zu einer Grundzertifizierung ein, die bereits 140 Gemeinden absolviert haben. Heuer können die Gemeinden eine höhere Auszeichnung im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention erreichen – in Form einer Plakette. Diese wird für einen dreijährigen Zeitraum verliehen und beruht auf vier Bausteinen (siehe www.
noetutgut.at). Christa Rameder, MA, Initiative »Tut gut!«, zum Nutzen dieser Plakette: „Über 60 Prozent der niederösterreichischen Gemeinden sind bereits »Gesunde Gemeinden«. Durch den Erhalt dieser Plakette wird deren Stellenwert gehoben.“ Denn derart tolle Arbeit muss schließlich in den Vordergrund gerückt werden.

Schwerpunkt Partizipation

Der Schwerpunkt der »Gesunden Gemeinden« liegt ab 2013 auf der Partizipation. Darunter wird in der Gesundheitsförderung die aktive Einbeziehung von Menschen einer Gemeinde in die Planung und Durchführung gesundheitsfördernder Aktivitäten verstanden. Die Initiative »Tut gut!« bietet dazu Unterstützung an:

  • Workshop „Partizipation (er)leben“, 3. Mai 2013: Anregungen und Impulse zur Gestaltung von Beteiligungsprozessen von Bürgerinnen und Bürgern
  • Folder „Praxisbeispiele – Models of Good Practice mit Schwerpunkt Partizipation – von und für »Gesunden Gemeinden« Niederösterreichs“ erhältlich unter www.noetutgut.at

Informationen: »tut gut«-Hotline: 02742/22655, www.noetutgut.at