Gesund bleiben steht im Zentrum
Die Initiative »Tut gut!« kümmert sich in vielfältiger Art und Weise darum, den Menschen in Niederösterreich einen gesunden Lebensstil schmackhaft zu machen.
Wie kann man das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung stärken und die Menschen dabei unterstützen, die Verantwortung für die eigene Gesundheit aktiv in die eigenen Hände zu nehmen? Dieser Frage stellt sich die Initiative »Tut gut!« im Auftrag des Landes Niederösterreich. Dr. Edith Bulant-Wodak leitet die Initiative. Die Ernährungswissenschafterin setzt darauf, die Menschen dort zu erreichen, wo sie ihren Alltag verbringen und vor allem auch gleich bei den Jüngsten anzusetzen: „Wer Eigenverantwortung tragen will und soll, der braucht zuerst einmal Gesundheitskompetenz. Deshalb haben wir unsere Arbeit auf verschiedene Lebenswelten wie Kindergarten, Schule und Gemeinde verteilt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. So können wir zielgerichtet Anleitungen und Ideen für einen gesunden Lebensstil geben – wobei im Zentrum immer die Freude an gesunder Ernährung und an der Bewegung steht, und nie der erhobene Zeigefinger.“
Wichtiger Partner Gemeinden
Vor 20 Jahren, im März 1993, startete das Gesundheitsforum NÖ mit den „Gesunden Gemeinden“, die auch heute noch zentrale Partner für die Initiative »Tut gut!« sind. Fast 350 der 573 NÖ Gemeinden beteiligen sich daran – und bringen so gesundheitfördernde Angebote direkt zu den Menschen. Seit 2009 sind zahlreiche Gesundheitsinitiativen unter dem Dach der Initiative »Tut gut!« versammelt, um effizient und zielgerichtet arbeiten zu können. Die Initiative »Tut gut!« ist somit zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund um Gesundheitsförderung und Prävention.
Warum setzt das Land Niederösterreich bei der Gesundheitsförderung an? Bulant-Wodak erklärt: „Wir wissen, dass die Gesundheit zu 40 Prozent vom Lebensstil abhängt. Deshalb ist es wichtig, auf breiter Basis anzusetzen und Unterstützung sowie Angebote in den verschiedenen Lebenswelten bereitzustellen.“ Auf die Gene kann man sich nur bedingt ausreden, wenn man zum Beispiel übergewichtig ist: Nur ein Drittel der Gesundheit hängt von ihnen ab. Und das Beste: Den Lebensstil kann man verändern. Dass das aber nicht nur eine Sache des guten Willens ist, das ist zumindest all jenen, die es bereits versucht haben, bekannt. Diäten zum Beispiel sind in den meisten Fällen kontraproduktiv und fördern den gefürchteten Jojo-Effekt mit einem noch höheren Gewicht; nur eine tatsächliche und langfristige Ernährungsumstellung hilft, das Gewicht zu reduzieren. Und wichtig ist, sie auch mit mehr Bewegung im Alltag zu unterstützen. Auch dafür liefert die Initiative »Tut gut!« zahlreiche Ideen, wie zum Beispiel die erfolgreiche Kampagne „Los geht’s! Jeder Schritt tut gut!“ für mehr Alltagsbewegung.
Gefördert wird, was wirklich wirkt
Für LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka ist es wichtig, dass die Projekte der Initiative »Tut gut!« tatsächlich und nachweisbar wirksam sind. Deshalb werden sie vom Department für Evidenzbasierte Medizin der Donau-Universität Krems laufend untersucht und gründlich geprüft. Sobotka: „Wir stellen uns der Herausforderung, mit den Projekten beweisbare Ergebnisse zu erzielen, zum Beispiel mit dem Lebensstil-Programm Vorsorge-Aktiv. Denn wir arbeiten mit öffentlichen Geldern und wollen nachweisen können, dass wir sie gut einsetzen.“ So gibt es immer wieder Anstoß-Finanzierungen, Ziel ist aber, dass die Projekte danach selbstständig weitergeführt werden, wie zum Beispiel in den „Gesunden Gemeinden“.
Für die Zukunft ist die größte Herausforderung für die Initiative »Tut gut!«, jene Menschen zu erreichen, die bisher noch nicht erreicht werden konnten. Ein Baustein dafür sind die Kindergärten, ein weiterer die Schulen, damit die nächsten Generationen bereits ein breiteres Gesundheitswissen mitbringen, das mit zahlreichen Erfahrungen für einen gesünderen Lebensstil gestützt wird. Und natürlich sind die Gemeinden weiterhin ein enorm wichtiger Partner in einem
flächenmäßig so großen Land, betont Bulant-Wodak: „Wir setzen stark auf Partizipation, auf die Einbeziehung der Menschen in unseren ‚Gesunden Gemeinden‘. Gemeinsam mit ihnen erarbeiten wir aktive gesundheitsfördernde Aktivitäten, angepasst an die Bedürfnisse vor Ort.“
Ein weiterer Baustein ist ein Pilotprojekt in fünf NÖ Landeskliniken. Dort gibt es Anlaufstellen der Initiative »Tut gut!«, die genau jene Menschen besuchen, die sich vielleicht erst durch eine Erkrankung mit dem Thema Gesundheit befassen – Patienten und ihre Angehörigen. Aber auch die Mitarbeiter erhalten hier Informationen und Tipps für einen gesünderen Lebensstil. Landesrat Mag. Karl Wilfing erklärt: „Wir wollen die Landeskliniken nutzen, um das Gesundbleiben und Gesundwerden zu fördern. Deshalb holen wir uns die Initiative »Tut gut!« direkt in die Häuser.
Lebenswelten
Unser Lebensraum soll lebenswert sein. Das ist das Ziel der diversen Projekte in den verschiedenen Bereichen – Kindergarten, Schule, Gemeinde, Landeskliniken. Diese Projekte geben Unterstützung, Anhaltspunkte und Ideen, um gesundheitsfördernde Maßnahmen umzusetzen und ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit zu schaffen.
- Gemeinde: Der Lebensraum Gemeinde mit maßgeschneiderten Angeboten liegt direkt vor der Haustür. Durch gesundheitsfördernde Projekte und Aktivitätsmöglichkeiten in der Gemeinde werden das Bewusstsein und die Verantwortung der Bewohner für die eigene Gesundheit und die der gesamten Familie gesteigert.
- Schule: „Sage es mir – ich werde es vergessen. Erkläre es mir – ich werde mich erinnern. Lass es mich selber tun – ich werde verstehen.“ Durch die verschiedenen Projekte im Bewegungs- und Begegnungsraum „Schule“ bekommen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, diverse Ansätze der Gesundheitsförderung selbst zu „erfahren“.
- Kindergarten: Mit Beginn des Kindergartens eröffnet sich für unsere Kleinsten eine neue Welt. Es ist wichtig, bereits in diesem Alter die richtigen gesundheitsfördernden Maßnahmen zu setzen, um Kinder von klein auf in dieser Richtung zu unterstützen.
- Landeskliniken: Service und Beratung werden in der Medizin immer wichtiger. Die NÖ Landeskliniken werden Schritt für Schritt zu Gesundheitszentren und zur ersten Anlaufstelle für Informationen rund um die Gesundheit. Sie bieten verschiedene Programme, um ein neues Bewusstsein für die eigene Gesundheitsvorsorge sowohl für alle Niederösterreicher als auch für die Mitarbeiter in den NÖ Landeskliniken zu schaffen.
Informationen: Initiative »Tut gut!«, Tel.: 02742/22655, www.noetutgut.at
Vorsorgepreis 2014
Der »Vorsorgepreis 2014« zeichnet bereits zum fünften Mal herausragende Projekte im Bereich der Gesundheitsvorsorge über Niederösterreichs Landesgrenzen hinaus aus. Ziel des Preises ist es, einerseits Initiativen mit Vorbildwirkung zu würdigen, andererseits die Bevölkerung für Gesundheitsvorsorge zu sensibilisieren und zu motivieren. Ob Verein, Schule, Gemeinde oder Betrieb, ob als Einzelperson oder mit einem Team – jeder und jede ist herzlich eingeladen, Projekte und Aktionen rund um die Gesundheitsförderung und Prävention direkt im persönlichen Lebensumfeld einzureichen. Einreichfrist: bis 30. November 2013
Informationen & Projekteinreichung: www.vorsorgepreis.at
„Treten Sie mit Ihrem Gesundheitsprojekt vor den Vorhang!“ – Auch beim Vorsorgepreis 2014 werden die besten Projekte zur Gesundheitsvorsorge aus allen Bundesländern ausgezeichnet.
Initiiert wurde der Preis von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und LH-Stv. Mag. Wolfgang Sobotka. Dr. Vera Russwurm wird auch 2014 den Vorsorgepreis unterstützen und die Vorsorgepreis-Gala moderieren, bei der die Siegerprojekte ausgezeichnet werden.





