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Gehen mit Mehrwert

10.000 Schritte täglich sollten es sein – die Schritte-Wege der Initiative »Tut gut!« unterstützen Sie dabei.


Artstetten: Neupöllingerkreuz entlang des Glücksweges. Fotos: zVG, Franz Weinhofer

In 120 »Gesunden Gemeinden« gibt es bereits sogenannte Schritte-Wege – vermessene und markierte Wege, die animieren wollen, sich mehr zu bewegen. Denn Bewegung brauchen wir zum Gesundbleiben, und ideal wäre, würden wir täglich 10.000 Schritte machen. Büroarbeiter kommen aber meist gerade einmal auf 3.000 Schritte. Zieht man abends dann noch eine flotte Spazierrunde um den örtlichen Schritte-Weg, wäre man zumindest bei durchschnittlich 7.000 bis 8.000 Schritten – ein großes Plus für die Gesundheit.Die Initiative »Tut gut!« unterstützt die Gemeinden dabei, derartige Schritte-Wege anzulegen, und das seit nun fünf Jahren. Mittlerweile können auch Betriebe Wege gemeinsam mit Gemeinden anlegen – und so auch ihre Mitarbeitenden zum Gehen motivieren, z. B. ein Wegesstück in der Mittagspause bewältigen oder den Weg von und zur Arbeit zumindest zum Teil auf dem Schritte-Weg gehen. Viele Gemeinden lassen sich bereits einiges einfallen, um den Bürgerinnen und Bürgern das Gehen schmackhaft zu machen. Sie nutzen landschaftliche Schönheiten und kulturelle Highlights wie Schlösser, Statuen oder Bildstöcke, um eine attraktive Route festzulegen. Manche Gemeinden verbinden die Wege mit bereits vorhandenen Motorikparks und attraktiven Sporteinheiten. Und oft beziehen sie die Bevölkerung in die Auswahl und Entwicklung der Wege mit ein, wie die Pfadfinder oder Naturschützer. So kann ein Schritte-Weg auch die Gemeinschaft im Ort beleben. GESUND&LEBEN hat sich umgehört, wo es attraktive Schritte-Wege gibt. Hier ein paar gelungene Beispiele.

Gföhl

Die sehr aktive »Gesunde Gemeinde« Gföhl im südlichen Waldviertel hat gemeinsam mit der Pfadfindergruppe zwei Wanderwege eröffnet, die im Ortszentrum beginnen. Einer ist 4,2 km lang und auch für eine Runde mit kleinen Kindern geeignet, der andere 10,5 km – für routinierte Wanderer. Der Weg durch die kleinhügelige Landschaft bietet schöne Ausblicke ins Kremstal und Kamptal.

Kautzen

Die Gemeinde Kautzen hoch oben im nördlichen Waldviertel bietet einen Rundweg von 4,5 km Länge. Ausgangspunkt ist der Parkplatz zur Kneippanlage in der Katastralgemeinde Illmau. Von dort geht es etwa 1,5 km geradeaus vorbei am Kräutergarten und der Kneippanlage durch den Wald bis zum Scheibenteich (im Volksmund „Hüttenwenzteich“ genannt), dort zweigt man links ab und geht geradeaus bis zum Marterl „Buche“. Von dort geht es wieder links weiter über die alte „Reichersstraße“ zurück bis zum Ausgangspunkt.

Artstetten

In Artstetten, nördlich der Donau etwa auf der Höhe von Pöchlarn, gibt es einen 1.000-Schritte-Weg, der ein Stück auf dem österreichischen Jakobsweg verläuft und auch Teil eines »tut gut«-Wanderweges ist. Und es gibt einen 3,8 km langen Glücksweg, einen besonders beliebten und viel genutzten Rundweg, der teilweise auf einem alten Wallfahrerweg nach Maria Taferl angelegt ist. Neun Meditations-Tafeln zum Thema Glück laden zum Nachspüren ein. Landschaftlich bietet der kinderwagentaugliche Weg Schönheiten wie einen Hohlweg mit einer wunderschönen Birke bis hin zu herrlichen  Aussichtsplätzen ins Donautal bzw Voralpengebiet. Vizebürgermeister Franz Lumesberger berichtet, dass „seit Anlage unserer Wanderwege das Bewusstsein für Bewegung und Wandern in der Bevölkerung enorm zugenommen hat.“ Die Marktgemeinde Artstetten-Pöbring bietet etwa 50 km bestens markierte, GPS-mäßig erfasste Rundwanderwege an, darunter drei »tut gut«-Wanderwege.

 St. Margarethen

In St. Margarethen, südwestlich der Landeshauptstadt, wird der Schritte-Weg regelmäßig für gemeinsame Aktionen wie Familienwanderungen genutzt. Er beginnt beim Gemeindezentrum im Ortskern, führt entlang der schönen Sierning und weiter über Felder und Wiesen hinauf zum Wasserspeicher, von wo aus man einen wunderschönen Ausblick über das gesamte Gemeindegebiet bis hin zum Ötscher hat. Zurück geht es am „A-Z Baum-Weg“, wo man verschiedene Baum-arten kennenlernen kann. Wieder am Ausgangspunkt zurück kann man sich zum Abschluss im gemütlichen Kulturcafé stärken.

Gerersdorf

In der Gemeinde Gerersdorf, westlich von St. Pölten, gibt es zwei Schritte-Wege: Der kürzere hat eine Länge von 2,2 km und ist nach einem anstrengenden, stressigen Arbeitstag ideal zum „Runterkommen“. Das Besondere beim Schritte-Weg mit 4,8 km ist, dass man hier ein Stück des Marterl-Weges geht. Der Ausgangspunkt des Schritte-Weges ist der Florianiplatz bei der Pfarrkirche Gerersdorf. Man kommt an Kapellen, Marterl und Bildstöcken vorbei. Wenn man möchte, kann man den Schritte-Weg verlängern und den Marterl-Weg weitergehen. Eine Karte des Marterl-Weges liegt am Gemeindeamt auf und es gibt eine MarterlApp.

Hafnerbach

Ein paar Kilometer weiter westlich in Hafnerbach gibt es zwei Schritte-Wege – den Zenoweg (6,6 km) und die Runde über Pielachhaag (5,2 km). Beide starten am Kirchenplatz in Hafnerbach. Die ursprünglich romanische, später gotisch umgebaute Kirche aus dem 12. bis 13. Jahrhundert steht unter Denkmalschutz. Piel ist ein slawischer Name und bedeutet „weiß“: Pielach = weißer Fluss. Zwischen Felder und Auen kommt man weiter nach Pielachhaag, einem verfallenen Gutshof mit Stallungen und Scheunen. Hier wurde 1981 ein Großteil des Filmes „Tarabas“ von Regisseur Michael Kehlmann gedreht. Bekannte Schauspieler wie Klaus Jürgen Wussow, Helmuth Lohner und Günter Mack waren hier, und einige Hafnerbacher arbeiteten als Statisten. Weiter führt der Weg durch die Felder mit Blick ins Alpenvorland und zum Ötscher. Nach ca. 4 km kann man sich bei einem kurzen Abstecher im Gasthof Dangl in Wimpassing erfrischen, bevor man das letzte Stück vorbei an den Pielachauen, dem Sportplatz und den Ausgrabungen einer alten Marienkirche zurück zum Ausgangspunkt in Angriff nimmt.

Bad Großpertholz

In der Gemeinde Bad Großpertholz am nordwestlichen Rand von Niederösterreich ist der Schritte-Weg auf dem bestehenden „Wildkräuter-Lehrpfad“ angelegt worden. Neben Interessantem über Wildkräuter finden Sie hier auch Tafeln mit Informationen über die Vorteile des Gehens sowie Übungen für den ganzen Körper. Kurz bevor man wieder zum Ausgangspunkt gelangt, werden Dehnungsübungen erklärt und ein Bankerl sorgt für die verdiente Entspannung.

Bad Traunstein

Der Schritte-Weg der Gemeinde  Bad Traunstein im westlichen Waldviertel ist gleich­zeitig Bienenlehrpfad. Der 1,7 km bzw. 2.500 Schritte lange Themenweg verfügt über zahlreiche Tafeln, die auf anschauliche Weise das Leben und Wirken der Bienen darstellen. Die Entstehung von Honig, die Sprache der Bienen sowie das Leben der Arbeitsbienen werden einfach und übersichtlich präsentiert. Nützlingshäuser bieten vielen Insekten einen willkommenen Unterschlupf. Hier können Sie Wildbienen besonders gut beobachten.

Informationen zu den »tut gut«-Schrittewegen: Harald Schwarzschachner, BA, Tel.: 02742/9011-14406, harald.schwarzschachner(at)noetutgut.at, www.noetutgut.at